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Südheide Michael Thiel neuer Missionschef in Hermannsburg
Celler Land Südheide Michael Thiel neuer Missionschef in Hermannsburg
18:06 30.07.2014
Der neue ELM-Direktor Pastor Michael Thiel (Mitte) neben Dr. Ndanganeni Petrus Phaswana und Landesbischof Ralf Meister. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Hermannsburg

In einem außergewöhnlichen Gottesdienst wurde Michael Thiel in der Hermannsburger Peter-und-Paul-Kirche vom Bischof der Hannoverschen Landeskirche, Ralf Meister, in sein Amt als Direktor des Evangelisch-lutherischen Missionswerks in Niedersachsen (ELM) eingeführt. Mit Liedern, Gebeten und Lesungen in acht Sprachen unterstrich der Einführungsgottesdienst, dass der ehemalige Gifhorner Superintendent mit dem ELM einen der wichtigsten internationalen und interkulturellen Knotenpunkte der niedersächsischen Kirchenlandschaft leitet.

Es sei unmöglich, für so ein Amt ausreichend vorbereitet zu sein, betonte Thiel in seiner Predigt. "Aber dies ist nun einmal das Kennzeichen einer Berufung: Sie fordert immer dazu heraus, die eigenen Grenzen zu überschreiten", machte Thiel am Beispiel des Fischers Petrus deutlich, der von Jesus zum „Menschen fangen“ berufen wurde.

Allein muss Direktor Thiel sich seiner Berufung aber nicht stellen. Das unterstrich Landesbischof Meister während der Einführung. Er forderte die Mitarbeiter des ELM zusammen mit der ganzen Gemeinde auf, mit einem „Ja, mit Gottes Hilfe“ zu bezeugen, dass sie den neuen Missionswerkchef tatkräftig unterstützen werden.

Dass die Hermannsburger Mission auch im Alter von 165 Jahren lebensfroh und quicklebendig ist, demonstrierten die Gottesdienstbesucher, als sie am Ende des zweistündigen Gottesdienstes unter den fetzigen Sambarhythmen der Celler Gruppe "Sambatz" durch die Straßen zum Gemeindesaal der zweiten lutherischen Kirche Hermannsburgs, der Großen Kreuzkirche, zogen. Dort warteten leckere Gerichte aus Malawi, Indien und Brasilien auf sie. Hier nahm Thiel nicht nur die Glückwünsche der „großen Politik“ von der Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und der Lokalpolitik durch den Hermannsburger Bürgermeister Axel Flader entgegen, sondern auch die meist durchaus augenzwinkernd gemeinten Ratschläge und Wünsche der Vertreter verschiedener kirchlicher Einrichtungen.

Für die zwölf Partnerkirchen, mit denen das ELM in elf außereuropäischen Ländern verbunden ist, hatte der südafrikanische Bischof Ndanganeni Petrus Phaswana im Gottesdienst gesprochen. Phaswana war es auch, der zum Schluss den Segen spendete, und zwar in der südafrikanischen Sprache Venda. Übersetzt wurde die Segensformel nicht. Trotzdem wussten alle Anwesenden, was dort gesagt wurde. Eine Geste, die überaus deutlich machte, dass für wirkliche Gemeinschaft und Verständnis das Verstehen der Sprachen zweitrangig ist. (cz)

Von cz