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Südheide Ministerin lobt Hermannsburger Gymnasium
Celler Land Südheide Ministerin lobt Hermannsburger Gymnasium
17:31 08.06.2012
15 Sch¸ler, die in diesem Jahr am Regionalwettbewerb "Jugend forscht/Sch¸ler - experimentieren" teilnahmen, zusammen mit (von links) Schulleiterin Mette-Bonde Schmid-Hennies, Betreuungslehrer Michael Zilk, Olaf Brandes (Stiftung Niedersachsenmetall), - Ministerin Johanna Wanka, Betreuungslehrer Thomas Biedermann und Volker Schmidt (Gesch‰ftsf¸hrer des Arbeitgeberverbandes Niedersachsenmetall). Quelle: Joachim Gries
Hermannsburg

Die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft „Jugend forscht“ am Christian-Gymnasium Hermannsburg hat bei Julia Bienert die Begeisterung für Naturwissenschaften geweckt. Mit ihrer Arbeit „Radioastronomie mit einem selbst gebauten Radioteleskop“ errang sie beim Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ den ersten Platz und wurde dafür beim Landeswettbewerb mit dem Sonderpreis für eine herausragende Technikarbeit ausgezeichnet.

Dass sich Schüler des Christian-Gymnasiums Hermannsburg mit Radioastronomie beschäftigen können, ist der Stiftung Niedersachsenmetall zu verdanken. Sie hat 5000 Euro zur Verfügung gestellt und damit den Einstieg in ein neues Wissenschaftsgebiet für Nachwuchsforscher ermöglicht. Studiendirektor Thomas Biedermann, der seit vielen Jahren die „Jugend-forscht-Aktivitäten“ an der Schule betreut, dankte für die Anschubfinanzierung. „Das bringt auch andere ins Boot.“

Denn es ist noch viel Arbeit zu leisten, bis mit dem großen Teleskopspiegel mit vier Metern Durchmesser, der hinter der Turnhalle schon auf den Einsatz wartet, ein Blick in die Fernen des Weltalls unternommen werden kann. Mit dem 1,80 Meter messenden Parabolspiegel, der auf der Bühne der Aula stand, wurde in einem einfachen Experiment demonstriert, worum es geht: Aus unsichtbaren Radiowellen werden mit der geeigneten Technik sichtbare Ergebnisse herausgefiltert.

„Ich bin total verblüfft. Radioastronomie ist in einer Schul-AG nicht üblich“, sagte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU), die gestern ebenfalls das Hermannsburger Gymnasium besuchte. Was an der Schule passiere, sei beispielhaft. „Lehrer wecken bei den Schülern das Interesse für Gebiete, auf die man nicht automatisch kommt.“ Nicht die Arbeitsmöglichkeiten danach, sondern das Interesse an einem Bereich müsse Basis für ein Studium sein, sagte die Ministerin. Sie stellte fest: „Wir haben in Niedersachsen zu wenige Studenten.“

Für Volker Schmidt, Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, stand gestern fest: Wenn es mehr Lehrer wie Michael Zilk und Thomas Biedermann gäbe, hätte Deutschland weniger Sorgen bei den Ingenieurwissenschaften.

Von Joachim Gries