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Südheide Missionstag in Hermannsburg setzt neue Impulse
Celler Land Südheide Missionstag in Hermannsburg setzt neue Impulse
20:20 26.09.2016
In einer emotionalen Diskussion berichteten Michael Thiel (links), Christine Ehlbeckund Henry Schwier über die individuelle, kirchliche und gesellschaftlicheBedeutung von Mission. Quelle: Sonja Richter
Hermannsburg

Dabei stand eine Frage im Fokus, die sich vielleicht jeder einmal stellen sollte: „Was ist mir wichtig, was möchte ich erreichen und warum? Und wie kann ich andere dafür begeistern? Bevor es einzelne Workshops zum Thema gab, diskutierte Missionsdirektor Michael Thiel im Plenum mit Gästen aus unterschiedlichen Arbeitsbereichen über die Bedeutung von Mission, für jeden ganz persönlich sowie für Kirche und Gesellschaft.

Einig waren sich die Gesprächspartner darin, dass Mission, allgemein verstanden als „Auftrag“, für jeden einzelnen von uns etwas anderes bedeuten kann. Und dass man auch mehrere Missionen haben kann. Christine Ehlbeck, Pastoralpsychologin im Sprengel Lüneburg, sieht es als ihre Mission an, in ihrer Arbeit Menschen zu helfen, eine Lösung für ihre Probleme zu finden und innere Kräfte zu mobilisieren. Bei Diakon Henry Schwier, der im Kirchenkreis Lüneburg unter anderem Gemeinden bei der Suche nach ihrer Mission hilft, fängt es in der eigenen Familie an. „Meine Mission ist es, meine Kinder gut zu erziehen.“

In der Jugendarbeit sei es Ziel, die Größe und Güte Gottes erfahrbar zu machen und im Fundraising als „Hebamme“ Hilfe zu leisten um Ideen umzusetzen. Werner Stubenrauch, ehemaliger Geschäftsführer eines mittelständischen Unternehmens, hat es als seine Mission verstanden, gemeinsam mit anderen Neues auszuprobieren und Zukunft zu gestalten. In seinem Unternehmen sei es auch darauf angekommen, eine gemeinsame Mission, ein Leitbild zu haben und zu wissen, für welche Werte man stehe.

Eine Mission zu suchen und zu finden, das bedeutet auch, gewohnte Pfade zu verlassen und Neues zu wagen. Das aber falle vielen Menschen schwer. Stubenrauch erläutert: „Es gibt eine große Scheu vor Veränderung.“ Man müsse die Leute aus ihrem Trott herausreißen. „Später ist man froh, dass man es gemacht hat.“ Den von ihm beratenen Gemeinden empfiehlt Schwier gern: „Tun Sie mal nichts!“ Oft seien alle so beschäftigt, dass sie „das Ziel aus dem Blick verlieren“ und kein Raum da sei, Neues entstehen zu lassen. „Die Leute müssen bereit sein, sich auf den Weg zu machen.“

Und wie kann man andere mit der eigenen Mission „infizieren“? Dafür brauche es vor allem Herzblut und Leidenschaft. „Nach außen bringen, was zutiefst in mir verankert ist“, so Stubenrauch. Schwier erklärt: „Menschen lassen sich nur begeistern, wenn Freude rüber kommt und sie sehen, es passiert was.“ Und wie steht es mit dem christlichen Glauben als Mission? Hier sei es wichtig, diesen nicht nur in der Kirche, sondern im täglichen Miteinander mit Freunden, Nachbarn und Kollegen spürbar zu leben, glaubt Stubenrauch.

Von Sonja Richter