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Südheide Missionswerk in Hermannsburg vor Umstrukturierung
Celler Land Südheide Missionswerk in Hermannsburg vor Umstrukturierung
18:35 10.02.2015
Michael Thiel will das Missionswerk umbauen.
Hermannsburg

Zu den Herausforderungen, denen sich der neue Direktor zu stellen hat, zählt nun vor allem die geplante Umstrukturierung des Missionswerkes: Das ELM steckt mitten in einem Organisationsentwicklungsprozess. Was schon feststeht: Nicht mehr nach In- und Ausland soll das Werk gegliedert werden, sondern anhand der drei Themenfelder, die als zentral für die Arbeit des ELM identifiziert wurden: „Ökumenische Partnerschaften“, „Theologie und Glaube“ und „Gerechtigkeit“. „Davon versprechen wir uns ein effizienteres Arbeiten, zum Beispiel durch einen besseren Informationsaustausch“, so Thiel.

Der inhaltliche Kurs, der unter seiner Vorgängerin Martina Helmer-Pham Xuan eingeschlagen wurde, soll fortgesetzt werden. „Der Kurs wird ja vom Missionsausschuss vorgegeben, nicht vom Direktor“, so Thiel. Auf jeden Fall sei es seine Art, „offen zu kommunizieren, wo Probleme sind“. Diese müssten gemeinsam gelöst werden. Die hohe Motivation seiner Mitarbeiter hält er für ein „unschätzbares Gut“.

Austausch, Teilhabe, gemeinsames Arbeiten an globalen Fragestellungen und mehr Bildungsgerechtigkeit – hier will das ELM einen Beitrag leisten. Da ist zum einen die internationale Partnerschaftsarbeit. Thiel hofft, noch weit mehr hiesige Gemeinden und Kirchenkreise dafür begeistern zu können. Das ELM sei hier „ein Brückenpfeiler“ und Dienstleister. Allerdings wünscht er sich, dass dabei nicht Geld im Vordergrund stehe, sondern eine gegenseitige Anteilnahme und das Profitieren von „unterschiedlichen Perspektiven auf gemeinsame Fragen“. So habe die Flüchtlingsproblematik in den Ländern des Südens oft ganz andere Ausmaße als bei uns, was vielen hier gar nicht bewusst sei. Aufklärung darüber bietet das Werk auch durch Vorträge und Infomaterialien an.

Wie es anderswo auf der Welt aussieht, weiß Thiel nun immer mehr auch aus eigener Anschauung. So saß er gleich an seinem ersten Arbeitstag im Flugzeug nach Johannesburg. Zwei Monate verbrachte er im südlichen Afrika, wo das ELM unter anderem Krankenhäuser und soziale Projekte seiner Partnerkirchen unterstützt. Dort habe er erlebt, dass „die Arbeit des ELM eine unheimlich positive Resonanz“ hat, und das nicht nur aus historischer Verbundenheit oder materiellen Gründen. So gebe es auch „ein großes Interesse an Qualitätsstandards und Zielvereinbarungen, wie sie in Deutschland eingeführt wurden.“

Mit der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie Hermannsburg geht das ELM neue Wege in der kirchlichen Ausbildung. Außerdem soll das Freiwilligenprogramm ausgeweitet und ein Kurzzeitaustauschprogramm für Pastoren eingeführt werden, das Thiel gern auch auf weitere kirchliche Mitarbeiter ausweiten würde.

Von Sonja Richter