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Südheide Missionswerk zeigt in Hermannsburg Ausstellung "Befreit"
Celler Land Südheide Missionswerk zeigt in Hermannsburg Ausstellung "Befreit"
18:02 30.03.2017
Quelle: Kirsten Glatzer
Hermannsburg

Dieser nannte seinen Bilderzyklus "Liberation – Befreiung". Es handelt sich um zwölf Motive, die jeweils als Holzschnitt und Batik angelegt sind. Dabei ist jedes Motiv einer Bibelstelle zugeordnet. Landesbischof Ralf Meister, der Solomon Rajs Bilder "Lehrstücke des Glaubens" nannte, nahm die Eröffnung der Ausstellung vor.

"Einen schönen Abend der Begegnung, bei dem wir etwas zu sehen bekommen“, wünschte Michael Thiel, Direktor des ELM, den zahlreich erschienenen Gästen in seiner Begrüßungsrede. Ute Penzel, Referentin und Koordinatorin für soziale Projekte in Indien, gab eine Einführung in die Sprache der Bilder.

Einen Einblick in ihre Kunst schenkte die 20-jährige Esther Rubinal Srinivasan aus Tamil Nadu, den Anwesenden. Sie ist im Rahmen des Süd-Nord-Freiwilligenprogramms für ein Jahr in Hermannsburg beim ELM und unterstützt dort beispielsweise Ausstellungskoordinatorin Helene Pede bei ihrer Arbeit. Die junge Inderin studierte fünf Jahre klassischen indischen Tanz und beeindruckte die Gäste mit Darbietungen ihres Könnens.

Solomon Raj kam 1921 als Sohn eines Dalit, eines kastenlosen Lehrers, in Südindien zur Welt. Zunächst wurde er wie sein Vater Lehrer, studierte dann aber Theologie und entdeckte zudem die Kunst für sich. So belegte er etwa Kurse in Holzschnitt und Radierung, arbeitete aber hauptsächlich autodidaktisch. Seit seinem beruflichen Ruhestand widmet er sich ausschließlich der Kunst.

Während seine eigene erzkonservative tamilische lutherische Kirche stets wenig bis kein Interesse an seiner Arbeit zeigte, wurden seine Werke in unzähligen Wanderausstellungen zum Beispiel in der Schweiz, England, Japan und in den USA gezeigt. In Deutschland erfuhr Solomon Raj große Unterstützung durch Jörg Müller. Er lernte den damaligen Auslandspfarrer der Evangelischen Kirche Deutschland und dessen Ehefrau Friedeborg während seiner Promotion in Birmingham kennen. Es begann ein reger Gedankenaustausch und die Eheleute begannen Rajs Werke zu sammeln.

Wie schon die Ausstellung "Bilder des Glaubens", die bis vor wenigen Tagen im Ludwig-Harms-Haus gezeigt wurde, stammt auch der "Liberation"-Bilderzyklus aus der Sammlung von Jörg und Friedeborg Müller. Am Tag der Ausstellungseröffnung unterzeichneten sie einen Schenkungsvertrag mit dem ELM, und somit ging die Sammlung nun offiziell in den Bestand des Missionswerks über.

"Die Bilder von Salomon Raj wurden uns als Geschenk übereignet und wir sind dankbar für diesen Schatz", freut sich ELM-Direktor Michael Thiel und lädt zum Besuch der Ausstellung ein. "Kommen Sie und treten Sie über diese Bilder mit Bibel und indischer Kultur in unmittelbaren Kontakt."

Die Ausstellung "Befreit!" ist noch bis zum 10. September im Ludwig-Harms-Haus zu sehen. Öffnungszeiten sind montags bis samstags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr.

Von Kirsten Glatzer