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Südheide Neue Apsis aus alten Plänen
Celler Land Südheide Neue Apsis aus alten Plänen
16:41 11.12.2011
Kleine Kreuzkirche Quelle: nicht zugewiesen
Hermannsburg

Zimmermeister Johann Rothfuchs sprach in gereimter Form den Richtspruch.

Als im Jahr 1886 die Kleine-Kreuzkirchen-Gemeinde ihre Kirche baute, zeigte der Plan einen schlichten Kirchbau mit einer Apsis. Die wurde jedoch nicht gebaut. „Wohl aus Kostengründen“, vermutet Pfarrer Markus Nietzke. Er erläutert, dass eine Apsis ein kleiner Anbau vornehmlich an sakralen Bauten ist, der den Innenraum verlängert und in dem meist der Altar untergebracht ist. Natürlich geht es auch ohne Apsis, weshalb denn seinerzeit darauf verzichtet wurde.

Im Hinblick auf das 125-jährige Jubiläum der Kirchweihe, das Ende März 2012 wird, wurde der kleine Kirchenbau in diesem Jahr einer grundlegenden Sanierung unterzogen. Dabei kam der Wunsch nach einer Apsis wieder zur Sprache. Fachleute veranschlagten die Kosten mit rund 35.000 Euro. „Unsere Gemeindemitglieder haben viel in Eigenarbeit verrichtet und so blieb letztlich nur eine Belastung von 20.000 Euro übrig. Die wurden durch Spenden aufgebracht“, freute sich Pfarrer Nietzke. Dass er die alten Baupläne hatte, erwies sich als ein wahrer Glücksfall, denn das Kirchgebäude steht unter Denkmalschutz und darf nicht verändert werden. Anhand der früheren Pläne billigte das Denkmalschutzamt jedoch den Anbau einer Apsis. Nun war zu klären, wer denn heute noch Fenster in gotischer Spitzbogenform mauern konnte. Ein Gemeindemitglied aus Oldendorf erklärte sich bereit.

Kirchenrat Michael Schätzel von der Leitung der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK), zu der die Kleine Kreuzkirchengemeinde zählt, war extra auf Hannover angereist. „Es ist doch sehr ermutigend“, sagte Schätzel, „dass es hier eine Kirchengemeinde gibt, die in unserer Zeit der allgemeinen finanziellen Enge in die Zukunft investiert“.

Von Udo Genth