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Südheide Neue Bestattungsformen in altem Rahmen / Gutachterin schaut Friedhof Hermannsburg an
Celler Land Südheide Neue Bestattungsformen in altem Rahmen / Gutachterin schaut Friedhof Hermannsburg an
19:35 14.11.2010
Helmut Rosenbrock auf dem Friedhof und Impressionen. Quelle: Tore Harmening
Hermannsburg

Von Tore Harmening

HERMANNSBURG. Den Spagat hinbekommen zwischen dem Erhalt der alten Bestattungskultur und gleichzeitig moderne Ansprüche aus der Gesellschaft integrieren. Das möchte die Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Hermannsburg erreichen.

Deshalb hat die Gemeinde sich externen Rat eingeholt von einer Landschafts- und Freiraumplanerin bei der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal. „Wir haben uns gefragt, sind wir richtig aufgestellt, können wir Dinge noch besser machen“, erklärt Helmut Rosenbrock vom Kirchenvorstand, der Vorsitzender des Friedhofausschusses ist.

Der Rat der Gutachterin: Den Charakter erhalten und einige Elemente erneuern. So wird es bald eine Abteilung geben, in der die Sternenkinder ihre letzte Ruhe finden sollen, also die Kinder, die noch im Mutterleib verstorben sind. „Wir werden den Platz mit einer Hecke umsäumen und ein Kreuz aufstellen“, erklärt Rosenbrock. Das Grabfeld wird nahe dem Platz liegen, an dem jetzt die Kinder bestattet werden. „Der Wunsch nach diesem Platz ist aus der Gesellschaft an uns herangetragen worden“, sagt Rosenbrock.

Auch bei den anderen Gräbern schlägt der Gutachter eine neue Variante vor, die es Angehörigen bei der Grabpflege leichter machen soll. Im hinteren Teil sollen Gemeinschaftsgräber geschaffen werden, in der auch einzelne Plätze gekauft werden können. „Die Pflege ist dann in den Kosten enthalten“, erklärt Rosenbrock. So soll ein Angebot gemacht werden, das für Angehörige ist, die nicht das einfache Rasengrab haben möchten, aber keine aufwendige Pflege des Grabes selber leisten wollen.

Doch neben den neuen Angeboten sollen die Stärken des Friedhofes beibehalten werden. So werden die alten großen Bäume gepflegt, auch wenn es aufwendig ist. „Der Alleecharakter am Eingang und die Bäume auf dem Areal vermitteln Ruhe“, sagt Rosenbrock. Ebenfalls auf den Friedhof stehen bleiben werden die Kreuze, die teilweise noch aus der Gründungszeit des Friedhofes von 1846 stammen.

Angesichts des großen Baumbestandes wird es kein zusätzliches Grabfeld für eine Waldbestattung geben. „Die Gutachterin hat sich dagegen ausgesprochen, in dem angrenzenden Fichtenwald eine solche Möglichkeit zu schaffen“, sagt Rosenbrock. Nötig sei dazu Laubwald. Eine langsame Umgestaltung vom Nadel- zum Laubwald würde aber gut 50 Jahre dauern.

Insgesamt ist der Friedhof in Hermannsburg gut 4,5 Hektar groß. Jedes Jahr finden dort zwischen 80 und 90 Beerdigungen statt. Anders als in anderen Regionen ist die Zahl der Urnenbestattung relativ gering. Sie liegt nur bei 10 Prozent.

Von Tore Harmening