Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Neuer Chef im Unterlüßer Rheinmetall-Werk
Celler Land Südheide Neuer Chef im Unterlüßer Rheinmetall-Werk
18:58 09.03.2012
Ralf Prechtl, neuer Leiter am Standort Unterl¸fl Quelle: Tore Harmening
Unterlüß

UNTERLÜSS. Paris und München waren unter anderem Stationen im Arbeitsleben von Ralf Prechtl. Da ist Unterlüß für den neuen Standortleiter bei Rheinmetall ein Kontrastprogramm. Doch da der Nachfolger von Armin Papperger, der zum 1. Januar in den Gesamtvorstand der Rheinmetall AG berufen wurde, selbst aus einem eher ländlich geprägten Umfeld stammt, kommt ihm das sogar entgegen.

In Landshut ist der heute 47-Jährige aufgewachsen, war nach der Schule Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Dort absolvierte er zwei Studiengänge, ist Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieur. Nach einigen beruflichen Stationen in der Rüstungsindustrie kam er 2010 zu Rheinmetall in Unterlüß und wohnt jetzt im benachbarten Eschede.

„Allerdings habe ich noch nicht viel Zeit gehabt, den Landkreis in all seinen Details kennenzulernen“, sagt Prechtl. Denn die Arbeitstage des 47-Jährigen haben zwischen 14 und 15 Stunden. Viel Zeit für Hobbys wie Sport, Lesen oder auch die Familie – er ist verheiratet und hat einen Sohn – bleibt da nicht. Neben Unterlüß ist Prechtl für acht weitere Standorte im In- und Ausland verantwortlich. Das bedeutet viele Reisen.

Derzeit gibt es neben dem normalen operativen Geschäft zudem noch eine Neuorganisation der gesamten Rüstungssparte zu stemmen. Die Rheinmetall Defence wird in den Führungsstrukturen neu ausgerichtet. Dabei wird die „Kampftechnologie“ in fünf Geschäftsfelder aufgeteilt. Prechtl führt den Bereich „Combat Platforms“. Dazu gehören unter anderem die Kampf- und Unterstützungsfahrzeuge, Geschütze, mittel- und großkalibrige Munition sowie das Erprobungszentrum Unterlüß.

Aus Sicht des Unternehmens ist die neue Struktur notwendig, um der zunehmenden Internationalisierung Rechnung zu tragen und um weiter wachsen zu können. „Der Markt hat immer Recht und darauf müssen wir uns einstellen“, sagt Prechtl. „Letztlich bin ich davon überzeugt, dass der Standort Unterlüß durch diese Änderungen gestärkt wird.“

Er betont, dass Unterlüß im Gefüge von Rheinmetall eine sehr wichtige Rolle spielt. Nicht zuletzt deshalb, weil so eine Anlage in Deutschland nirgendwo sonst wieder genehmigt werden würde. Derzeit sind am Standort rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt; mit 730 der größte Teil bei der Rheinmetall Waffe Munition, die ebenso wie die Rheinmetall Landsysteme als GmbH bestehen bleibt. Lediglich die Führungsstruktur ändert sich. Der Standort bleibt laut Prechtl zudem in einer Hand. Wenn andere Sparten etwas benötigen, fungiere Unterlüß als interner Zulieferer.

Sofern der Vorstand der Rheinmetall AG dies absegnet, wird demnächst in Unterlüß investiert. Ein Schneid- und Biegezentrum für Panzerstahl ist geplant. Die Kosten würden im unteren einstelligen Millionenbereich liegen. Prechtl geht von mindestens 25 Arbeitsplätzen aus, die dadurch entstehen würden.

Von Tore Harmening