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Südheide Nordkreis-Rathaus auf dem Haußelberg?
Celler Land Südheide Nordkreis-Rathaus auf dem Haußelberg?
17:12 28.12.2011
Hermannsburg

Denkt man sich eine Gemeinde als ein Zentrum mit Orten drumherum, wird das neue Rathaus des Nordkreises wohl auf dem Haußelberg stehen. Der nämlich erhebt sich in der Mitte zwischen Faßberg, Hermannsburg und Unterlüß. Und diese Gemeinden sollen sich in naher Zukunft zusammenschließen, wenn es nach einer Äußerung von Friedhelm Ottens vom niedersächsischen Innenministerium geht.

Im Januar werden sie darüber reden, die Faßberger mit dem niedersächsischen Innenministerium und die Hermannsburger auch, die Unterlüßer haben schon. Entsprechend groß war die Überraschung, als Ottens in der vergangenen Woche in Eschede gegenüber der CZ diese Aussage traf. „Von der Bezirksregierung hatten wir in dieser Frage vorher noch nichts gehört“, sagte Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte gestern, sein Hermannsburger Amtskollege Axel Flader findet, dass sich Ottens „ziemlich weit aus dem Fenster gelehnt“ hat.

Kurt Wilks, Bürgermeister in Unterlüß, bemängelt, dass das grundsätzliche Problem nicht gelöst werde: „Rathäuser dicht machen geht nicht. Das Personal wird auch nicht vor die Tür gesetzt. Aber ohne zusätzliche Konsolidierung geht es nicht.“ Bis zu 75 Prozent der Kassenkredite werden durch den „Zukunftsvertrag“ zwischen der neuen, nun fusionierten Gemeinde und dem Land abgelöst. Aber: „Aus vielen Kranken macht man keinen Gesunden“, gibt Wilks zu bedenken.

Landrat Klaus Wiswe bewertet die Zukunft der drei Nordkreis-Gemeinden optimistisch: „Hermannsburg steht gut da. Unterlüß, durch Rheinmetall, auch. Faßberg war unser Sorgenkind - aber der Bundeswehrstandort bleibt erhalten.“ Er weiß jedoch von einer Idee aus Uelzen, diesen Landkreis aufzulösen und die angeschlagene Gemeinde Suderburg an den Landkreis Celle abzugeben; auch sie wäre ein Kandidat für die Nordkreisfusion. Aber: „Da muss sich das Land einiges einfallen lassen. Die Uelzener wollen das nicht. Und unsere Finanzkraft würde geschwächt werden.“

Ähnliche Worte findet auch Flader für eine mögliche Dreierfusion: „Das muss eine win-win-win-Situation werden - keiner der Beteiligten darf verlieren.“ Genau das befürchtet Schlitte: „Man sieht es in anderen Gemeinden - Orte haben hinterher das Nachsehen, weil ihnen im Gemeinderat die Mehrheit fehlt.“

„Wir verwehren uns dem nicht“, sagte Wilks, die Entscheidung sei jedoch eine politische. Ob das neue Rathaus tatsächlich auf dem Haußelberg stehen wird, bleibt also offen. Und bis dahin, so Flader, „fließt noch viel Wasser die Örtze herunter“.

Von Isabell Prophet