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Südheide Oberschule unten wie eine IGS
Celler Land Südheide Oberschule unten wie eine IGS
17:47 07.03.2012
Etwas ¸ber 100 Besucher waren zu der Informationsveranstaltung in Hermannsburg zur Oberschule gekommen. Quelle: Tore Harmening
Hermannsburg

Zuversicht verbreiten wollten der Erste Kreisrat Matthias Krüger und Ulrich Pätz von der Landesschulbehörde bei der ersten Veranstaltung zur Oberschule in Hermannsburg. „Celle ist der erste Landkreis, der die Oberschule (OBS) flächendeckend einführen“, sagte Krüger Aber viele werden diesem Beispiel folgen, lautet seine Prognose.

„Ich hoffe, dass Sie nach dieser Veranstaltung sagen: ‚Ich freue mich auf den Sommer, denn das ist ein spannendes Projekt‘“, ergänzte Pätz.

Er stellte den Rahmen für die Schule im Örtzetal dar, gab dabei aber auch schon mal Hinweise, wie es in den anderen Celler Einrichtungen laufen würde.

Zwar würden letztlich die Planungsgruppen die Ausformung gestalten, „nach dem was ich gehört habe, werden aber alle Schulen zu Beginn jahrgangsbezogen unterrichten“, so Pätz. Das bedeutet, es wird keinen getrennten Haupt- und Realschulzweig ähnlich wie bei einer Kooperierten Gesamtschule (KGS) geben, sondern eher gemeinsamen Unterricht in den meisten Fächern für alle Schüler, ähnlich dem Modell der Integrierten Gesamtschulen (IGS). Möglich ist ein getrennter Unterricht in Mathematik und Englisch.

Spätestens ab der siebten Klasse wird laut der Darstellung von Pätz dann stärker getrennt nach Leistungsstufen, in den Klassen neun und zehn gibt es dann die Kurse für stärkere und schwächere Schüler. Die OBS wird eine zweite Pflichtfremdsprache anbieten müssen, um die Voraussetzungen für einen Sekundar-1-Abschluss und damit dem Zugang zur Oberstufe und zum Abitur zu ermöglichen.

Auch in der Frage, wie die Betreuung der Kinder aussehen wird, gibt es eine Tendenz. So favorisieren die meisten Schulen offenbar eine „teilgebundene Ganztagsschule“. Damit müssten die Schüler verpflichtend an bis zu drei Tagen in der Woche am Nachmittag in der Schule sein. „Da wird dann nicht einfach betreut, sondern Unterricht gemacht“, sagte Pätz.

Die Resonanz der Lehrer sei sehr groß. Auf die 72 Stellen in den Planungsgruppen für die Oberschulen hätten sich 300 Lehrer beworben. Die optimistische Darstellung von Pätz verfing aber nicht bei allen Besuchern. Für Erheiterung bei den Lehrern sorgten zum Beispiel Äußerungen von Pätz, dass neu ausgebildete Pädagogen inzwischen alle Schulformen unterrichten können.

Auch waren einige Eltern noch skeptisch bei der Außenstellenregelung mit Faßberg. „Kommen die Kinder, die zunächst in Faßberg zur Schule gehen, in der siebten Klasse zusammen in einem Verbund nach Hermannsburg?“, wollte eine Mutter wissen. Das konnte Pätz nicht beantworten, weil es Sache der Schule sei. Ab Klasse acht gebe es aber ohnehin ein Kurssystem. Es gab auch die Frage nach den Schülerzahlen. An der neuen OBS Hermannsburg mit Außenstelle Faßberg beginnen zunächst 720 Schüler. In fünf Jahren sind es durch die demografische Entwicklung laut Prognose nur noch 625. Irgendwann würden deshalb die Räumlichkeiten in Hermannsburg ausreichen.

Wirklich überzeugt waren am Ende nicht alle Besucher. „Es werden doch nur Halbwahrheiten erzählt“, meinte einer, als er sich die Jacke anzog. Ab dem 3. September startet der neue fünfte Jahrgang mit der OBS in ganzen Landkreis. Heute abend findet in Wathlingen ab 17 Uhr im Forum des Schulzentrums Wathlingen eine weitere Informationsveranstaltung statt.

Von Tore Harmening