Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Oldendorfer Besenbinder lassen Tradition aufleben
Celler Land Südheide Oldendorfer Besenbinder lassen Tradition aufleben
19:59 22.01.2017
Auf dem Grillplatz Örtzheide trafen sich am Samstag die Oldendorfer Besenbinder. "Besenbindermeister" Udo Tödter half beim Zusammenbinden der Birkenzweige.  Quelle: Sonja Richter
Oldendorf

Immer wieder muss Tödter begutachten. Ein Mädchen zeigt ihm seine Ausbeute. „Reicht das schon?“, fragt sie. „Nein“, sagt Tödter, „du brauchst mindestens das Doppelte.“ Acht bis zehn Zentimeter Durchmesser soll der Besen oben haben, wo er zusammengebunden wird. Das Binden wird in Oldendorf mit Weidenruten gemacht. Tödter: „Die Ruten muss man über einer Feuerglut erwärmen und dann durch die Hand ziehen, damit sie schön biegsam werden“. Anschließend gilt es, die ausgedünnten Birkenzweige dreimal fest zu umwickeln, das Ganze noch mal übers Feuer zu halten und die Weidenruten nachzuziehen, damit sie auch gut halten. Fehlt noch der Stil aus Haselnuss.

Mit einem Weidenrutenbesen kann man alles fegen, ob Schnee, Laub, Heu oder Sand. Jörg Stünkel, der mit Frau und Sohn gekommen ist, findet den Besen besonders gut zum Fegen von Pulverschnee. Und außerdem sei er eine schöne Dekoration auf der heimischen Veranda. Heinz Hoyer ist sogar aus Bispingen gekommen. Er hat das Besenbinden schon ausprobiert, hier wollte er sich nun „den letzten Schliff holen“. Und er überlegt, diese Tradition nun seinerseits in seiner Gegend weiter zu vermitteln.

Von Sonja Richter