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Südheide Politik für Kindertagesstätten-Neubau
Celler Land Südheide Politik für Kindertagesstätten-Neubau
16:04 03.11.2010
Hermannsburg

Es ist eine stolze Summe, die die Gemeinde Hermannsburg für eine neue Krippe als Ansatz in die Haushalte für 2011 und 2012 eingestellt hat. Für das kommende Jahr werden etwa 60000 Euro als Planungskosten veranschlagt, für das Jahr darauf 840000 Euro. Macht zusammen 900000 Euro für die Betreuung der jüngsten Hermannsburger.

„Das sind zunächst einmal angenommene Werte. Ob das wirklich so kommt, muss man noch durchrechnen“, betonte Kämmerer Rainer Kirchhoff, der auch für den Kindertagesstättenausbau bei der Gemeinde verantwortlich ist.

„Wir sind uns einig, dass wir einen Neubau wollen“, fasste die Vorsitzende des Jugendausschusses, Kirsten Lühmann, die Meinung der Politik zusammen. Er soll zum einen als Ersatz für den Kindergarten Pusteblume entstehen, zum anderen Raum für eine Krippe schaffen. Für wie viele Gruppen Platz geschaffen werden soll, ist noch nicht abschließend geklärt. In der Pusteblume gibt es derzeit zwei

altersgemischte Vormittagsgruppen von je 25 Kindern. Zusätzlich dazu müsste Raum für die Betreuung der Kinder unter drei Jahren geschaffen werden. „Ich persönlich würde Raum für zwei Krippengruppen befürworten, aber diese Diskussion ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Lühmann.

Energie aus Wärmepumpe: Die hohen Kosten, die für den Bau anfallen könnten, sind unter anderem durch die Idee entstanden, ein Niedrigenergiehaus zu errichten. Als Vorbild könnte ein Kindergarten in Hodenhagen im Nachbarlandkreis Soltau-Fallingbostel dienen. Er wurde nach Darstellung des betreuenden Ingenieurbüros 2007 als erstes „Natur Energie-Gebäude“ einer öffentlichen Hand realisiert. Das aus Ziegel-Mauerwerk errichtete Gebäude wird laut der Darstellung vollkommen ohne Öl und Gas und nur von einer Wärmepumpe über eine Fußbodenheizung mit Erdwärme aus fünf 90 Meter tiefen Bohrungen beheizt. Die Kollektoranlage auf dem Dach soll dazu Strom für sechs bis acht Wohnhäuser liefern. Die Politiker wollen sich im kommenden Monat das Gebäude einmal anschauen, um dann eine Entscheidung zu fällen.

Gelände unklar: Diskussionen gibt es auch noch über das Grundstück, wo die neue Krippe stehen soll. Die St. Peter-und-Paul-Kirchengemeinde, die Träger des jetzigen Kindergartens Pusteblume ist, möchte diese Aufgabe weiterhin wahrnehmen und auch die Gemeinde Hermannsburg will die Zusammenarbeit in der neuen Einrichtung fortsetzen. Die Kirchengemeinde und die Verwaltung in Hermannsburg stehen im intensiven Dialog hieß es vor einiger Zeit dazu von beiden Seiten. Eine mögliche Variante könnte das Areal des Friedrich-Plathner-Hauses sein. Theoretisch wäre ein Umbau oder Neubau möglich. „Es wird wohl sehr wahrscheinlich ein Kirchengrundstück sein“, sagt Lühmann. Und: Die Krippe soll auf jede Fall in der Ortsmitte bleiben.

Von Tore Harmening