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Südheide Rheinmetall baut neue Halle in Unterlüß
Celler Land Südheide Rheinmetall baut neue Halle in Unterlüß
18:31 19.11.2014
Bei der Grundsteinlegung (von links): Kirsten Lühmann, Armin Papperger, Architekt Markus Steiner und Henning Otte verpacken eine Ausgabe der Celleschen Zeitung, die in dem Grundstein versenkt wird. Quelle: Tore Harmening
Unterlüß

Rheinmetall will laut dem Vorstandsvorsitzenden Armin Papperger im zweiten Quartal 2015 dort die Fertigung der geschützten Kabinen aufnehmen, die dann auf Lastwagen der Firma MAN gesetzt werden. MAN und Rheinmetall haben für diese Militärtransporter ein Joint-Venture gegründet und es gibt bereits eine Bestellung über 1100 Fahrzeuge aus Australien. Pro Jahr sollen in Unterlüß zunächst rund 300 dieser gesicherten Kabinen hergestellt werden.

Die Grundsteinlegung fand in Unterlüß statt, doch angesichts der derzeitigen Debatte über die Fragen, wie streng Exportauflagen für die deutsche Rüstungsindustrie sein müssen, schwang die große Politik in den Reden zur Grundsteinlegung mit.

Papperger bedankte sich für die Unterstützung im Landkreis Celle und Uelzen sowie beim Land Niedersachsen und den lokalen Bundestagsabgeordneten. „Wir haben, mit dieser Investition eingerechnet, in den vergangenen Jahren gut 36 Millionen Euro an diesem Standort investiert und würden gerne weitermachen", sagte Papperger. So gebe es weiterhin Pläne für ein Ausbildungszentrum, an dem Soldaten aus anderen Nationen an Waffensystemen ausgebildet werden. Dieses würde für den Standort weitere 20 bis 30 Millionen Euro an Investitionen bedeuten, wie Papperger am Rande der Grundsteinlegung sagte. „Dafür sind aber verlässliche Rahmenbedingungen von Seiten der Bundesregierung notwendig", so der Rheinmetall-Chef.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte sicherte in seiner Rede als Vertreter des Landkreises Celle Rheinmetall Unterstützung zu. „Die Exportdebatte muss geführt werden", sagte Otte. Deutschland habe ein vitales Interesse an diesen technologischen Fähigkeiten, der Staat aber greife in diesen Markt sehr stark ein. Er sprach sich dagegen aus, von vorneherein ganze Regionen der Welt für Exporte auszunehmen. Jeder einzelne Antrag müsse durch den Bundessicherheitsrat geprüft werden. „Es geht hier nicht um ein Geschäft mit dem Tod, sondern um ein Geschäft mit Schutz", sagte Otte.

Auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann sicherte Unterstützung zu. Sie warb mit Blick auf die Aussagen aus dem Bundesverteidigungsministerium, künftig mehr Ausrüstung aus dem Ausland zu beziehen, dafür, dass auch in Zukunft die deutschen Produkte von der Bundeswehr verwendet werden.

Von Tore Harmening