Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Rheinmetall testet Schutzsystem und will 100 neue Arbeitsplätze in Unterlüß schaffen
Celler Land Südheide Rheinmetall testet Schutzsystem und will 100 neue Arbeitsplätze in Unterlüß schaffen
17:33 15.03.2018
Eine Gefährdung für Fahrzeuginsassen sowie mögliche Zivilisten im Umfeld soll minimiert werden: Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat in Unterlüß ein neues Schutzsystem für Panzer gegen Raketen vorgestellt.   Quelle: Hauke-Christian Dittrich
Unterlüß

UNTERLÜSS. "Der Standort Unterlüß ist mit keinem vergleichbar. Das kann man nirgends so neu schaffen", sagt Thorsten Kutz, Geschäftsführer Rheinmetall Landsysteme. "Die Stärke ist, dass wir den Aufwuchs und die räumlichen Herausforderungen größtenteils hier realisieren können." Dazu kommt der Schießplatz. "Das Erprobungsgelände ist das Herzstück", so Kutz.

Sein Bereich wird in diesem Jahr deutlich wachsen. "Dank internationaler Aufträge werden wir im Bereich Landsysteme voraussichtlich die Marke von 800 Mitarbeitern durchbrechen", sagt Kutz. Die Fertigung des Schützenpanzers Puma sorge für die Grundauslastung. 740 Mitarbeiter hatte Rheinmetall Landsysteme Ende 2017 in Unterlüß, bis Ende 2018 sollen es 840 sein.

Dazu kommen die Mitarbeiter im Bereich "Waffe und Munition". "Wir haben eine durchschnittlich gute Auslastung", sagt Werner Krämer. "Der Stand wird bei rund 950 Mitarbeitern bleiben.“ Stolz ist er besonders auf die Entwicklung von gepanzerten Lkw-Kabinen. Derzeit wird in Unterlüß ein Auftrag aus Australien für 2700 Fahrzeuge gefertigt. "Unsere neuen geschützten Kabinen sind unser Vorzeigeprojekt", sagt Krämer.

Immer wieder kommt aber auch Kritik am Rüstungskonzern auf. "Wir unterliegen strengen Regularien und dürfen nicht mit jedem Staat Geschäfte machen", sagt Pressesprecher Oliver Hoffmann, der eins deutlich macht: "Ohne Export wären wir nicht überlebensfähig." Die Mitarbeiter würden sich bewusst für Rheinmetall als Arbeitgeber entscheiden und hätten in der Regel eine sehr enge Bindung zum Unternehmen.

Die prognostizierten Zahlen für den Konzern sprechen für sich: Nachdem der Umsatz der Rheinmetall-Rüstungssparte im vergangenen Jahr nur um drei Prozent auf gut 3 Milliarden angestiegen war, geht das Unternehmen für 2018 von einem Plus zwischen 12 und 14 Prozent aus. Seinen Optimismus begründet Papperger unter anderem mit den Zielen der Nato-Staaten, künftig mehr Geld für ihre Armeen auszugeben. Besonders Europa müsse mehr investieren.

Erprobt wird in Unterlüß derzeit ein Schutzsystem für den Leopard-Panzer. Dieses erfasst mit Sensoren ein Projektil, das auf den Panzer geschossen wird, und zerteilt es mit einem Druck- und Energiestrahl vom Dach des Fahrzeugs aus in Millisekunden in der Luft. Es handelt sich dabei um die Technik, die der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan dringend für seine in Deutschland gekauften Leopard-Panzer haben will. Bei den Kämpfen in Syrien verloren die Türken bereits rund zehn Leopard-Modelle durch Panzerfaust- oder Raketenbeschuss.

Für etwa 100 Leopard-Panzer möchte die Türkei Schutzsysteme bestellen, heißt es bei Rheinmetall. Auch wenn es zu Preisen keine Angaben gibt, wäre das wohl ein Auftrag mit einem mittleren zweistelligen Millionenwert. Politisch scheint das aber derzeit schwierig bis unmöglich. Möglicherweise findet Rheinmetall aber andere Abnehmer vor der eigenen Haustür: bei der Bundeswehr.

Von Christopher Menge und Rolf Schraa

Drei Einsätze in 24 Stunden: Die Freiwillige Feuerwehr hatte in den vergangenen zwei Tagen in Hermannsburg und Unterlüß alle Hände voll zu tun. Die Einsatzkräfte löschten unter anderem einen Schuppenbrand, der beinahe auch ein Wohnhaus zerstört hätte.

Christian Link 15.03.2018

Keine Frage: Dieser „Elias“ hatte ein musikalisches Format, das man so schnell weit und breit nicht wird erleben können. Auch nicht in Hannover. Dirigent Hans Jürgen Doormann kitzelte am Samstag in der St.-Peter-Paul-Kirche in Hermannsburg aus allen Mitwirkenden Leistungen heraus, die ansonsten meist nicht abgerufen werden. Und das gilt nicht nur für die Hermannsburger Chöre, sondern auch für die Solisten und die Kammersymphonie Hannover.

12.03.2018

Kelly Family war gestern, jetzt ist eine neue Familienband am Start: Im Misselhorner Hof bei Hermannsburg trafen bei dem Konzert von „Epiphany 3“ Orient und Okzident – Morgen- und Abendland – musikalisch aufeinander, bildeten berührende Symbiosen und extravagante Brüche. Das zwar überschaubare, aber sehr beeindruckte Publikum ließ sich von Frontfrau Bet Williams und deren „beiden Männern“, Sohn Jack und Ehemann John Hodian, ganz in den Bann dieses sehr speziellen Multikultimusik ziehen.

07.03.2018