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Südheide Rheinmetall will politische Hilfe für Ausbau des Standort Unterlüß
Celler Land Südheide Rheinmetall will politische Hilfe für Ausbau des Standort Unterlüß
17:03 11.02.2014
Die Halle für die Fertigung des Schützenpanzers Puma ist schon weit gediehen.  Quelle: Rheinmetall
Unterlüß

Die meisten Anwesenden bei der Präsentation blickten dabei vor allem auf die größte Zahl, die in der Präsentation stand, nämlich 2000 Mitarbeiter und weitere Investitionen von bis zu 25 Millionen Euro.

Doch ein Ausbau auf diese Größe knüpft Rheinmetall an Bedingungen. Sprecher Oliver Hoffmann stellte klar, dass ein solcher Aufbau nur bei entsprechender Auftragslage möglich sei. Für Aufträge aus dem Ausland bedürfe es dabei der politischen Unterstützung. Selbiges gilt auch für die Erwägung einer Investition in die Kaserne in Bergen. „Unter der Voraussetzung, dass Rheinmetall weitere Großaufträge aus dem Ausland akquirieren kann und die entsprechende politische Unterstützung dafür findet, sondiert das Unternehmen, welche Erweiterungsmöglichkeiten am Standort oder in der Region bestehen. Dabei könnte dann auch Bergen als eine mögliche Option in Frage kommen”, sagt Hoffmann.

Ab hier wird die Sache dann schwieriger, denn in der Vergangenheit sind Rüstungsverkäufe in den Nahen Osten und Schwellenländer auf der bundespolitischen Ebene stets umstritten gewesen. In der Präsentation ist für die Zukunft unter anderem von der Lieferung von geschützten Kabinen für das Emirat Katar die Rede. Eine Lieferung von Leopard 2 und Panzerhaubitzen von Rheinmetall dorthin hatte im vergangenen Jahr heftige Kritik bei der Opposition im Bundestag ausgelöst. CDU und SPD hatten den Deal allerdings genehmigt. Bei weiteren Aufträgen in die Golfregion und nach Afrika, die sich zu einem wichtigen Absatzmarkt entwickelt haben, wird es ebenfalls darauf ankommen, ob es eine Zustimmung aus der Politik gibt.

In dieser Woche wird sich der Niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ein Bild von der Lage in Unterlüß machen. Auf die Unterstützung aus der Politik und die daraus folgenden Entwicklungen wird ihn die Unternehmensleitung im Nordkreis sicher aufmerksam machen.

Der Standort Unterlüß wird durch die Umstrukturierungen im Unternehmen aber derzeit auch so aufgewertet. Das Unternehmen investiert in „das Herz von Rheinmetall”, wie Papperger es gern formuliert, gerade 7,5 Millionen der anvisierten 25 Millionen Euro. Der Großteil davon geht in die 5000 Quadratmeter große Halle für die Fertigung des Schützenpanzers Puma. Auch die Serienproduktion für die geschützten Lastwagenkabinen ist angelaufen und es steht ein Großauftrag aus Australien an. Durch die Umstrukturierung und Investitionen gewinnt der Standort Unterlüß rund 200 Arbeitsplätze dazu und wird 2015 laut Papperger wohl zwischen 1600 und 1800 Mitarbeiter beschäftigen. Der Vorstandsvorsitzende warb deshalb auch für Rheimetall als Arbeitgeber. Das Unternehmen brauche in der Zukunft dringend Facharbeiter.

Tore Harmening

Von Tore Harmening