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Südheide Rolf Schulte aus Unterlüß singt die Metronom-Ansage
Celler Land Südheide Rolf Schulte aus Unterlüß singt die Metronom-Ansage
18:37 11.01.2017
Von Christopher Menge
Hört seine eigene Stimme, wenn er in den Unterlüßer Bahnhof einfährt: Rolf Schulte hat die Stationsansage für den Metronom gesungen. Quelle: Christopher Menge
Unterlüß

UNTERLÜSS. „Dass ich die Ansage singen möchte, stand sofort fest“, erzählt der 63-jährige Zerspanungsmechaniker, der jeden Tag mit dem Metronom zur Arbeit von Unterlüß nach Celle und zurück fährt. Schwieriger gestaltete sich da aber schon die Suche nach einem passenden Stück. „Es sollte urheberrechtsfrei sein“, sagt Schulte, der in der Zeitung gelesen hatte, dass der Metronom Sprecher sucht.

Nach einiger Zeit kam der zweifache Familienvater auf den „fröhlichen Landmann“ von Robert Schumann. „Meine Damen und Herren – der Metronom sagt Tschüss – und wir herzlich willkommen – in Unterlüß“ dichtete Schulte auf die bekannte Melodie. Da die anderen Sänger aus seinem Chor im Urlaub waren, sang er alle vier Stimmen selbst ein und legte sie mit Hilfe des Computers übereinander. „Meine Version war sogar noch etwas länger“, erzählt Schulte, „ich bin noch auf das Albert-König-Museum und unsere A-cappella-Gruppe eingegangen.“ Eine 30-Sekunden-Ansage für die 4500-Einwohner-Ortschaft war den Metronom-Verantwortlichen dann aber wohl doch zu lang. Die Ansage wurde auf 14 Sekunden gekürzt, ist damit aber immer noch doppelt so lang wie die vom Hauptbahnhof Hannover und 1 Sekunde länger als die vom Hauptbahnhof Hamburg.

Das Großstadtleben kennt auch Schulte. Er ist in Essen aufgewachsen. Seine heutige Heimat hat er bereits 1976 kennengelernt, als er bei der Bundeswehr in Faßberg stationiert war. „Danach stand für mich fest, dass ich nie wieder hierher will“, sagt Schulte lachend, „1984 bin ich dann wegen der Arbeit nach Unterlüß gezogen, habe meine Frau kennengelernt und geheiratet – inzwischen fühle ich mich in Unterlüß sehr wohl.“ Er genießt das „etwas ruhigere Leben“ im Celler Nordkreis.

Über einen Chor fand er quasi sofort Anschluss an die Dorfgemeinschaft. „Ich bin an einem Sonntag in Unterlüß angekommen und habe gleich ein paar Kneipen abgeklappert und nach einem Chor gefragt“, erzählt Schulte. Zwei Tage später war er schon bei der ersten Probe. 2008 gründete er dann den Chor „ChorAoke“. Inzwischen singt er seit 50 Jahren im Chor, seit 30 Jahren ist er Chorleiter.

Während es für Celle auch eine neue Ansage gibt, hat sich für Eschede noch kein Sprecher gefunden. Vielleicht fällt Rolf Schulte ja noch ein passendes Lied für den Nachbarort ein …