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Südheide SPD will Kreisel in Unterlüß
Celler Land Südheide SPD will Kreisel in Unterlüß
15:22 24.08.2010
Die Kreuzung Müdener Straßen / Neuensothriether Straße von Südwesten her gesehen Quelle: Udo Genth
Unterlüß

UNTERLÜSS. Die Attrappe am Ortseingang von Unterlüß schreckt vielleicht Touristen ab. Doch wer die Strecke aus Richtung Faßberg regelmäßig fährt, der beachtet den Alibi-Blitzkasten wohl kaum noch. Die SPD schlägt deshalb vor, an der Neuensothriether Straße einen Minikreisel zu installieren.

In ihrem Antrag verweisen die Sozialdemokraten auf eine Diplomarbeit aus einer Fachhochschule im Kaiserslautern. Die Autorin stellt fest, dass es in England schon mehr als 3000 solcher Minikreisel gibt. Auch in Frankreich und der Schweiz seien die Erfahrungen positiv. Inzwischen müssen die Planer gar nicht mehr so weit gucken. Schneverdingen im Nachbarlandkreis Soltau-Fallingbostel, hat inzwischen ähnliche Kreisel.

„Eine Tempomessung am Ortseingang Unterlüß hat ergeben, dass an der Einfahrt aus Richtung Faßberg immer noch viel zu schnell gefahren wird“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Karl Haak. Aus seiner Sicht ein unhaltbarer Zustand. „Dort gehen Kinder über die Straße, das ist gefährlich“, sagt Haak.

Der Mini-Kreisel ist ähnlich gestaltet wie die großen Kreisverkehre. Allerdings hat er laut der Diplomarbeit nur einen Außendurchmesser von 13 bis 25 Meter. „Um die Befahrbarkeit für alle zum allgemeinen Straßenverkehr zu gewährleisten, muss die Kreiselinsel überfahrbar sein“, heißt es in der Diplomarbeit weiter. Die Insel sollte nach dem Vorschlag der Autorin so gestaltet werden, dass Autos die Insel möglichst umfahren, schwere Laster aber jederzeit in der Lage sind, in langsamer Fahrt auch über die Insel zu fahren. Vorfahrt hätten wie in jedem Kreisel, die Autos, die von links kommen, so dass Autos aus der Faßberger Richtung auf jeden Fall abbremsen müssten.

Der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks kann sich einen solchen Kreisel vorstellen, auch weil durch die Überfahrbarkeit gewährleistet würde, dass der Anlieferverkehr zum Rheinmetall-Werk problemlos abbiegen könnte. Er sieht allerdings ein Problem bei der Finanzierbarkeit. „Ein Kreisel könnte die Situation in dieser Ausgestaltung sicher entlasten. Das Problem ist, dass die Gemeinde das selber bezahlen müssen“, sagte Wilks. Unterlüß rechnet in diesem Jahr schon mit einem Millionen-Defizit und hat mit der Sporthalle und der Schulsanierung bereits dicke Brocken im Haushalt.

Von Tore Harmening