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Südheide Samuel Koch in Hermannsburg: "Weiter wach und neugierig sein"
Celler Land Südheide Samuel Koch in Hermannsburg: "Weiter wach und neugierig sein"
14:38 10.06.2018
Quelle: Kirsten Glatzer
Hermannsburg

Es folgen lange Krankenhausaufenthalte und Rehamaß­­nahmen, doch Samuel Kochs Energie ist geblieben. Nach Abschluss des Schauspielstudiums ist er seit September 2014 Ensemblemitglied des Staatstheaters Darmstadt, Koch unterstützt die internationale Rückenmarksforschung, die Deutsche Stiftung Querschnittlähmung und regionale Projekte, er hält Vorträge bei Ärztekongressen, an Schulen und öffentlichen Einrichtun­gen. 2012 erscheint sein Buch „Zwei Leben“, 2015 „Rolle vorwärts“.

Aus beiden Werken las er am Samstag in der Großen Kreuzkirche in Hermannsburg, suchte dabei das Gespräch mit den rund 120 Gästen, die gekommen waren, um zu erfahren, ob und wie er sich selbst hat verzeihen können, dass er, sein Bauchgefühl missachtend, den verhängnisvollen Auftritt absolvierte.

Er erzählt von der inneren Kraft, die einen daran hindert zu verzweifeln, und woher sie kommt. Bei Niki Lauda, mit dem er über dessen Unfall sprach, und einem jungen Mann aus Teheran, den er in der Reha kennenlernte, ist es die Wut auf Gott, aus der beide ihre Kraft ziehen. Bei Koch ist das Gegenteil der Fall, für ihn war und ist es sein Glaube, der ihn immer trug, obwohl auch er „gehadert, gezweifelt und hinterfragt“ hat.

Lauscht man seinen Worten, spürt man immer wieder ein beklemmendes Gefühl angesichts der Tragik, die sich hier offenbart. Doch im nächsten Moment sorgt Samuel Koch dafür, dass alle in befreites Gelächter ausbrechen.

Eine Dame aus dem Publikum möchte es genauer wissen: „Sie sind ein sehr humorvoller Mensch. Waren Sie das schon immer oder wurde das durch den Unfall verstärkt?“ Koch: „Das ist Ansichtssache. Ich selbst würde mich gar nicht als humorvoll bezeichnen, sondern als jemand, der objektive Tatsachen feststellt.“

Von seinen Mitmenschen erfährt er viel Zuspruch, aber nicht nur. Manche fordern ihn auf, endlich zu schweigen und aus der Öffentlichkeit zu verschwinden. Er sei doch selbst schuld an seiner Lage. Das bestreitet Samuel Koch auch gar nicht, er findet, dass diese Menschen durchaus Recht haben. Dennoch hat er beschlossen, das Beste aus seiner Situation zu machen. Diese Haltung ist es, die vielen Mut macht, und er beendet seinen Auftritt mit den Worten: „Ich werde weiter wach, neugierig und abenteuerlustig vorwärtsrollen und versuchen, mit so vielen Menschen wie möglich schon jetzt und hier ein Stückchen Himmel auf Erden zu feiern.“

Von Kirsten Glatzer

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