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Südheide Schnuckidu für das Blumenbeet
Celler Land Südheide Schnuckidu für das Blumenbeet
17:39 02.03.2012
J¸rgen Adam zeigt die Pellets aus Schafwolle, die als D¸nger f¸r Beete verwendet werden kˆnnen. Quelle: Tore Harmening
Bonstorf

Schafwolle für Pflanzen. Die alten Gartenfreunde kennen diesen Trick. „Viele erzählen mir, dass sie das an die Pflanzen tun, weil es ein guter Dünger ist“, sagt Jürgen Adam. Doch ein Kilo Wolle auf einem Beet verteilen ist nicht ganz so einfach, oder zumindest war es das nicht bis sich der Maschinenbautechniker aus Bonstorf mit dem Thema befasste und eine neue Geschäftsidee zur Marktreife entwickelte: Düngestäbchen aus Schnuckenwolle.

Die Haare der Tiere enthalten viel Stickstoff und Kalium. Außerdem ist es ein guter Wasserspeicher. Packt der Gartenfreund die Pellets von Jürgen Adam unter Wasser, quellen sie zu dicken Paketen auf. In einem Beet oder Blumentopf sind sie so ein gutes Wasserreservoir für die Pflanzen.

„Ursprünglich wollte ich nur eine Maschine kaufen, um Holzpellets herzustellen“, erzählt Adam. Bei dem Verkäufer standen ähnliche Düngestäbchen herum, aber die Technik war noch nicht ausgereift. Den Bonstorfer ließ die Idee nicht mehr los. Beim Schäfer Carl Wilhelm Kuhlmann holte sich Adam einen Sack Wolle. Der kannte die Idee schon von einer Gruppe aus Berlin. „Doch während die immer nur von Problemen sprachen, dachten Jürgen Adam in Lösungen“, erinnert sich Kuhlmann.

Das war vor zwei Jahren. In dieser Zeit hat Jürgen Adams Frau ihren Mann abends öfter nicht gesehen. „Es waren wohl so 300 Abende oder auch Nächte“, sagt der 46-Jährige.

Schafwolle enthält neben vielen guten Dingen für den Boden auch Fett. Wer ein Stück unverarbeitete Wolle in die Hand nimmt und zwischen den Fingern reibt, merkt das sofort. „Das ist Lanolin“, sagt Adam, „Gut für die Hände, aber schlecht für Maschinen.“ Denn dieses Fett schmiert nicht. Es setzt sich überall ab, verstopft Siebe und trieb den Tüftler an so manchen Abend an den Rand der Verzweiflung.

„Ich habe viele Anbieter von diesen Maschinen angeschrieben, die auf ihren Seiten verkündeten, ihre Anlagen könnten alles zerkleinern. Nachdem ich ihnen Proben geschickt habe, meldet sich kaum noch einer“, erzählt Adam.

Jetzt aber hat er die richtige Anlage gefunden und damit die Wolle klein gekriegt, so dass sie jetzt auch zu Pellets verarbeitet werden kann. Seit zwei Wochen ist er in die richtig große Produktion eingestiegen und hat inzwischen gut zwei Tonnen produziert.

In Ein-Kilo-Säcken stehen die Pellets für den kleinen Hobbygärtner zum Verkauf. In einigen lokalen Edeka-Märkten werden sie bereits unter dem Namen „Schuckidu“ für 4,99 Euro angeboten. „Das reicht etwa für zehn Quadratmeter Beet“, sagt Adam. Bei ihm kann man die Päcken auch beziehen. Adam möchte aber die Verkaufsstellen noch erweitern und sucht Vertriebspartner. Interessenten können sich auf seiner Homepage (www.schnuckidu.de) informieren. Schäfer Kuhlmann jedenfalls ist mit dem Ergebnis zufrieden. „Eine Tomatenpflanze bei uns wurde doppelt so groß mit dem Dünger.“

Von Tore Harmening