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Südheide Schwarzer Netto schließt in Unterlüß
Celler Land Südheide Schwarzer Netto schließt in Unterlüß
12:48 25.03.2012
Unterlüß

UNTERLÜSS. Einige Diskussionen hatte es über den schwarzen Netto-Markt am Bahnhof in Unterlüß gegeben. Nach jahrelanger Planung war der Laden mit einer Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern 2010 schließlich eröffnet worden. Und jetzt ist das schon wieder vorbei. Aus wirtschaftlichen Gründen wird die Filiale aufgegeben.

„Die Leute haben bereits ihre Kündigungen erhalten“, erzählt Anlieger Ralf Hufenbach. Er hatte vor dem Bau des Marktes zu den Skeptikern gehört und ist jetzt in Sorge, dass die Anlieferzeiten, die vereinbart wurden, vom neuen Mieter nicht eingehalten werden. In der jüngsten Ratssitzung machte er seinem Ärger Luft. „Ich habe gleich gesagt, dass der Markt da nicht funktionieren kann. Jetzt haben wir im Ort eine Bauruine mehr“, so Hufenbach.

Die wird aber nicht am Bahnhof, sondern gut 250 Meter weiter die Straße runter liegen. Wie Bürgermeister Kurt Wilks in der Ratssitzung berichtete, wird der rote Netto-Markt in die Räumlichkeiten am Bahnhof einziehen. Nicht bestätigt haben sich bisher die Gerüchte, dass der NP-Markt, der derzeit an der Müdener Straße nahe der Schule untergebracht ist, in die Räume des roten Nettos zieht. Wilks machte aus seinem Ärger über die Entwicklung keinen Hehl. „Es ist befremdlich, dass wir trotz regelmäßiger Gespräche nicht über die Absichten informiert worden sind. So geht man mit uns nicht um“, sagte der Bürgermeister. Die Gemeinde hatte erst durch Ralf Hufenbach von der Schließung erfahren.

Einige Besucher der Ratssitzung waren trotz der Aussagen von Wilks in Sorge um den NP-Markt. „Die Verwaltung muss sich dafür einsetzen, dass ein Umzug in den Süden auf gar keinen Fall passiert. Wir haben im Norden des Ortes viele alte Leute. Wie sollen die bis zum Bahnhof kommen“, sagte ein Bürger im Gemeinderat.

Noch eine andere Option trieb die Unterlüßer um. „Wenn der Netto jetzt wegfällt, heißt das doch, dass wir weniger Verkaufsfläche haben.“ Dann müsste sich doch das Projekt am alten Sportplatz verwirklichen lassen, das schon seit einigen Jahren läuft. Inzwischen sind die Verhandlungen so weit gediehen, dass der Investor, der einen Vorvertrag für die Entwicklung des Geländes besitzt, nach seiner Aussage einen Kunden an der Hand hat, der bereit wäre, dort einen Discounter zu eröffnen. Voraussetzung sind aber 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Der Landkreis stimmt aber lediglich einer Fläche bis maximal 800 Quadratmetern zu und verwies bisher auf eine Erhebung, nach der Unterlüß ohnehin schon im Verhältnis zu Ladenfläche und Einwohnerzahl überversorgt sei.

Allerdings sieht Bauamtsleiter Rainer Vogeler nicht, dass der Landkreis jetzt seine Argumentation ändert. „Die Verkaufsfläche ist ja theoretisch noch da. Darauf hat der Landkreis in der Vergangenheit hingewiesen“, sagte Vogeler. Denkbar wäre nur, alte Läden wie den ehemaligen Schlecker-Markt oder Finde-Fuchs abzubauen, um die Quadratmeterzahl im Ort zu reduzieren. Da müssten aber auch die Eigentümer zustimmen.

Von Tore Harmening