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Südheide Schwarzwildgatter in Hermannsburg: Bau verzögert sich
Celler Land Südheide Schwarzwildgatter in Hermannsburg: Bau verzögert sich
16:59 20.03.2015
Die Wildschweine aus dem Ort zu verdrängen wird wohl einige Zeit dauern. Quelle: nicht zugewiesen
Hermannsburg

Der Verein war davon ausgegangen, dass eine Vorabgenehmigung durch das Kreisveterinäramt Celle für den Bau genug sein würden. Doch das alleine reicht nicht, wie Katharina Ebeling, Bauamtsleiterin der Gemeinde Südheide erläuterte: „Das Schwarzwildgatter stellt eine bauliche Anlage dar, die auf Dauer fest mit dem Grund und Boden verbunden ist. Eine Genehmigungsfähigkeit kann nur über eine förmliche Bauleitplanung hergeleitet werden.” Auch Belange des Zu- und Abgangsverkehrs, der Flächeninanspruchnahme und weitere Aspekte müsste in der Bauleitplanung nachgewiesen werden.

Um das vorzubereiten, muss von der Gemeinde ein Planungsbüro beauftragt werden. Das kostet 13.500 Euro. Dieses Geld muss der Verein jetzt zunächst zusammenbekommen, damit es weiter gehen kann. „Der Investor muss die Kosten tragen und bevor der Vertrag nicht unterschrieben ist, werden wir kein Büro beauftragen”, sagt Ebeling. Der Vorsitzende des Vereins, Friedrich Wilhelm Bauck bestätigt die Information. Er betont aber, dass „die Politik in der Gemeinde hinter dem Projekt steht.”

In der Tat hatte sich die Politiker des damaligen Bauausschusses in der Gemeinde Hermannsburg positiv über das Projekt geäußert. Das Gatter soll zur Ausbildung von Jagdhunden dienen. „Es geht aber laut dem Verein nicht darum, Wildschweine durch die Gegend zu hetzen. Vielmehr sollen auf dem Areal junge Hunde geschult werden, die zu dem Zeitpunkt noch deutlich kleiner als die Wildscheine seien. Daher könnten höchstens die Schweine einen Hund verletzen, nicht aber umgekehrt. Zudem sei vorgesehen, dass immer nur ein Hund zusammen mit seinem Besitzer und einem weiteren Begleiter in dem Gatter unterwegs ist.

Die Gesamtanlage des Geheges soll neun Hektar groß sein und werde in vier Teilbereiche untergliedert. Ein Gatter ist für das Schwarzwild als Ruhegatter vorgesehen und soll einen Wetterschutz, Tränke, Suhle und einen Futterplatz haben. Die verbleibende Fläche werde noch mal in drei Blöcke unterteilt und diene als Arbeitsgatter für die „Verhaltensanpassung“ von Jagdhunden. Dort können Halter auch beobachten, wie sich die Hunde an den Wildschweinen verhalten. So können Jäger kontrollieren, ob ihre Hunde überhaupt für die Jagd auf Wildschweine geeignet sind. Denn sind die Vierbeiner zu aggressiv, drohen ihnen schwere Verletzungen durch das Schwarzwild; haben sie hingegen Angst, bringt das auch nicht sehr viel.

Der Verein will für den Betrieb zwei Teilzeitkräfte einstellen und die Anlage soll sich über die Einnahmen von den Jägern selbst tragen. Es soll aber kein Profit erzielt werden. Die Organisatoren rechnen mit 200 bis 300 Besuchern im Jahr.

Von Tore Harmening