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Südheide Seifenkistenrennen in Baven: In Mülltonne den Berg hinunter (mit Bildergalerie)
Celler Land Südheide Seifenkistenrennen in Baven: In Mülltonne den Berg hinunter (mit Bildergalerie)
19:53 20.08.2017
Von Christopher Menge
Quelle: Michael Schäfer
Baven

Denn in der Kiste des Teams „112 Feuerwehr Baven“ sitzen die Fahrer nicht, sondern sie liegen auf einem alten Autositz. Der Anschieber packt den Fahrer an den Füßen, um ihm genügend Schwung zu geben – dann läuft das Rennen gegen die Zeit.

So schnell wie die Feuerwehr war keiner beim vierten Bavener Seifenkistenrennen. Björn Haneke, Christian Peters, Michelle Celjic, Sven Rißmann und Kai Lange rasten die etwa 300 Meter lange Strecke auf der abschüssigen Straße Am Moor am Ortsrand von Baven in einer Gesamtzeit von 200,5 Sekunden herunter – und das kopfüber.

„Einmal im Jahr feiern wir uns selber“, sagte der Vorsitzende der Dorfgemeinschaft Baven Thorsten Riggers und blickte schon auf das gemütliche Beisammensein an der Strecke nach der Siegerehrung. Zuvor beobachteten die Zuschauer aber, wie neun Teams jeweils fünf Mal die Straße herunterrollten – manche in einem „Hubschrauber“, andere in einer umgebauten Mülltonne und wieder andere in einer Badewanne.

Die zuletzt genannte Kiste setzte auf der unebenen Straße mehrfach auf, war aber dennoch fast so schnell wie die Feuerwehr. Kein Wunder, denn für die „Destroyer“ war es ein Heimspiel. „Das ist mein Berg – ich bin hier schon mit dem Bollerwagen runtergeballert“, sagte Ralf Schmidt. Das zweitplatzierte Team setzte das Motto „jung und alt zusammen“ bestens um – auch Opa Manfred (76 Jahre) und Sohn Jonas (16) fuhren die Wanne ins Ziel. Manfred Schmidt gelang dabei sogar die Bestzeit des Tages, der älteste Starter benötigte nur 48,9 Sekunden, um die Strecke zu bewältigen.

Ebenfalls aufs Treppchen schaffte es das Familienunternehmen „Turbo Trek“, für das Sandra und Norbert Nehrig sowie die Kinder Lisa (21), Linus Michel (13) und Martha Lene (10) starteten. „Ich habe auf einen niedrigen Schwerpunkt und ein hohes Gewicht geachtet“, erzählte Vater Norbert, der die Seifenkiste konstruiert und in etwa zwei Wochen zusammengebaut hatte. Bereits zum vierten Mal raste das Team damit nun die Straße Am Moor hinunter.

Wie immer ging es in Baven aber nicht nur um Schnelligkeit sowie Spaß auf und neben der Strecke, sondern auch um Schönheit. Mit großem Vorsprung wählten die Zuschauer die Kiste vom Rettungsdienst Marquardt zur schönsten Kiste. Diese stellt nämlich den ADAC-Rettungshubschrauber „Christoph 78“ dar und hat sogar einen Propeller. Kreativität zeigten aber auch die anderen Teams. Beim Outfit überzeugte beispielsweise wieder einmal das Team „Vancouver Snow“. (me)