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Südheide Sparzwang in Unterlüß: Defizit von fast 400.000 Euro
Celler Land Südheide Sparzwang in Unterlüß: Defizit von fast 400.000 Euro
14:40 05.01.2014
Von Carsten Richter
Unterlüß

UNTERLÜSS. Das ging schnell: Über die Verabschiedung des Haushaltes 2014 in der Gemeinde Unterlüß hat der Rat nicht lange diskutiert, sondern zügig Beschluss gefasst. Die Umstände sind jedoch wenig erfreulich: Viele Projekte als Diskussionsstoff gibt es nicht – der Etat 2014 weist ein Defizit von knapp 400.000 Euro auf, die Gemeinde muss sparen. "Wir können uns in diesem Jahr nicht viel leisten", sagt Bürgermeister Kurt Wilks.

Bei der Gewerbesteuer steht ein dickes Minus von 299.000 Euro – die Einnahmen von Rheinmetall waren weggefallen. Daher können in diesem Jahr nur die notwendigsten Investitionen umgesetzt werden, alle anderen Vorhaben werden verschoben. Im Gegenzug hat die Gemeinde die Anhebung der Grundsteuern A und B auf 390 Punkte vorgezogen. Damit ist nun die Höhe von Grund- und Gewerbesteuer gleich. Das sei notwendig, verteidigt Wilks den Beschluss. Unterlüß rechnet dadurch mit Mehreinnahmen von jährlich 35.000 Euro.

Die Gemeinde hofft auf eine bessere Haushaltslage 2015 – und setzt besonders auf den neuen Rat der Gemeinde Südheide ab 2016. "Der erste Haushalt wird interessant. Wir arbeiten schon jetzt mit Hermannsburg zusammen", erklärt Wilks. Bis zur Fusion beider Kommunen dauert es noch ein Jahr. Unterlüß wartet daher besonders auf die diesjährigen Städtebauförderungsmittel des Landes. "Im Frühjahr rechnen wir mit einer Entscheidung", sagt der Bürgermeister. Intern gebe es bereits Gespräche, wofür das Geld verwendet werden könnte. Doch erst einmal gelte es die Höhe der Zuschüsse abzuwarten.

Nach Schätzungen der Kämmerei wird die Gemeinde Unterlüß Ende 2014 einen Gesamtschuldenstand von etwa zehn Millionen Euro haben. Daher finden nur Arbeiten statt, die unbedingt erledigt werden müssen. Einzige Ausnahme: Die Grundschule im Ort bekommt für 30.000 Euro einen Sonnenschutz – das Vorhaben war schon jahrelang verschoben worden. Außerdem werden restliche Brandschutzarbeiten umgesetzt und das Rathaus bekommt im Erdgeschoss eine neue Decke. Die Sanierung der Regenwasserkanäle hingegen wird verschoben, lediglich in der Robert-Busse-Straße wird für 30.000 Euro das Pflaster ausgetauscht.

Dem Sparzwang fallen auch Bauprojekte zum Opfer, die SPD und WG geplant hatten: Die Bushaltestelle vor der Schule und die Fahrbahnverschwenkung am Ortseingang aus Richtung Faßberg werden vorerst nicht gebaut. (car)