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Südheide Spielhalle soll Leerstand in Hermannsburg beseitigen
Celler Land Südheide Spielhalle soll Leerstand in Hermannsburg beseitigen
17:40 20.12.2016
Von Christopher Menge
In der ehemaligen NKD-Filiale an der Celler Straße in Hermannsburg soll eine Spielhalle eingerichtet werden. Der Gemeinderat stimmte für eine Ausnahmeregelung. Quelle: Oliver Knoblich
Hermannsburg

Dem Wunsch der Verwaltung, der Ausnahmeregelung zuzustimmen, folgten aber nicht alle Ratsmitglieder. "Die Voraussetzungen für eine solche Ausnahme wurden nicht dargelegt – wir können daher nicht zustimmen", sagte Hans-Karl Haak (SPD). Sein Parteikollege Peter Buttgereit ging sogar noch einen großen Schritt weiter. "Bei Spielhallen besteht die Gefahr, dass es sich um reine Geldwäsche-Institutionen handelt", sagte er. Eine weitere Glücksspielhalle sei zudem kein kultureller Fortschritt und nicht geeignet um Leerstand zu füllen – vor allem wegen des Einflusses auf junge Leute.

Rainer Vogeler, Leiter des Fachbereichs Ordnung, Soziales und Kultur in der Gemeinde Südheide, verwies allerdings darauf, dass es an der Celler Straße lange Zeit zwei Spielhallen in unmittelbarer Nachbarschaft gegeben habe. "Ordnungs- und sozialrechtlich hat es da keine Probleme gegeben", sagte Vogeler, "aufgrund der Leerstandsproblematik sollten wir der neuen Spielhalle nicht im Wege stehen." Auch Bürgermeister Axel Flader warb dafür, der Ausnahmeverordnung zuzustimmen.

Uwe de Klark (Bündnis 90/Die Grünen) vertrat allerdings die Meinung, dass man so wenig Spielhallen wie möglich in einer Ortschaft haben sollte, da sonst die Spielsucht unterstützt würde. Er glaubt auch nicht, dass die Gemeinde durch eine weitere Spielhalle erhebliche Mehreinnahmen generieren könne. "Das wird sich eher verteilen", so de Klark.

Andreas Koch (CDU) entgegnete dem allerdings, dass es nicht "unsere Baustelle ist, ob sich das lohnt". "Wir wollen Leerstand beseitigen und eine Spielhalle ist ja nun nicht der Sündenfall schlechthin", so Koch, der auch Buttgereit wegen der Unterstellung von Geldwäsche direkt ansprach: "Dabei handelt es sich um einen Straftatbestand, den man anzeigen müsste, wenn man davon Kenntnis hat."

Bei einer Enthaltung und neun Nein-Stimmen wurde der Vorschlag der Verwaltung mit 17 Ja-Stimmen schließlich angenommen. In Hermannsburg wird es somit bald eine zweite Spielhalle an der Celler Straße geben – in 86 Meter Luftlinie zur bestehenden.