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Südheide Südheide: Eine Verwaltung in zwei Rathäusern
Celler Land Südheide Südheide: Eine Verwaltung in zwei Rathäusern
17:28 03.11.2014
Von Simon Ziegler
Hermannsburg

Von einer rauschenden Siegesnacht konnte bei Axel Flader keine Rede sein. „Ich habe ein bisschen gefeiert, war aber heute Morgen wieder pünktlich im Dienst", sagte gestern der Hermannsburger Bürgermeister, der in zwei Monaten Verwaltungschef der neuen Gemeinde Südheide sein wird. CDU-Kandidat Flader hatte am Sonntag gute 84,4 Prozent der Stimmen erhalten. Allerdings war er der einzige Kandidat und die Wahlbeteiligung fiel nicht sehr hoch aus. In Hermannsburg und Unterlüß gingen 50,2 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. "Wir hätten uns mehr erhofft", sagte Flader. Allerdings hatte es die ganz großen Aufreger im Wahlkampf auch nicht gegeben.

Zum 1. Januar werden die beiden Gemeinden offiziell fusionieren. Am 6. Januar ist dann die konstituierende Ratssitzung des neuen 28 Mitglieder fassenden Gremiums geplant. Die ersten Sitzungen der acht Ortsräte werden nach und nach im Januar und Februar über die Bühne gehen. Es muss auch die wichtige Frage geklärt werden, wer künftig Verwaltungsvertreter von Flader im Rathaus sein wird.

Die Gemeinde Südheide wird rund 11.500 Einwohner haben. Sie ist nach der Stadt Bergen, der Gemeinde Winsen und den beiden Samtgemeinden Wathlingen und Lachendorf die größte Landkommune im Kreis Celle. Bürgermeister und Gemeinderat wurden für sieben Jahre gewählt.

Rund 16 Kilometer liegen zwischen Hermannsburg und Unterlüß, verbunden sind die Orte über die Kreisstraße 17. Die neue Verwaltungsstruktur sieht vor, dass die Bereiche Finanzen und Bildung sowie Planen, Bauen und Entwicklung im Hermannsburger Rathaus angesiedelt werden. Die Abteilungen Ordnung, Soziales und Kultur sowie Zentrale Dienste sitzen in Unterlüß.

Doch ein Unterlüßer Bürger wird nicht nach Hermannsburg und ein Hermannsburger nicht nach Unterlüß fahren müssen, um seinen Personalausweis zu verlängern oder eine Geburtsurkunde ausstellen zu lassen. „90 Prozent der alltäglichen Verwaltungsdinge soll man vor Ort regeln können", sagte Flader. Es wird an beiden Standorten Bürgerservicestellen geben. Außerdem werden Extra-Büros eingerichtet, damit beispielsweise der Bauamtsleiter vor Ort in Unterlüß sein kann.

Die Einführung eines Systems, das die digitale Akten-Führung möglich macht, soll das Prozedere vereinfachen. Die Theorie: Jeder Verwaltungsvorgang kann in Hermannsburg und in Unterlüß bearbeitet werden.