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Südheide Täter muss acht Jahre ins Gefängnis
Celler Land Südheide Täter muss acht Jahre ins Gefängnis
16:42 07.11.2018
Quelle: Udo Genth (Archiv)
Unterlüss

Das Gericht folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Piotr M., der sich in seinem Geständnis als „Sprengmeister“ bezeichnete, attestierte die Vorsitzende Richterin in der Urteilsbegründung „ein gewisses Können“. Das Gericht honoriere die Einräumung der Taten. Sie machte aber auch deutlich, dass die Menschen diese Delikte „sehr verunsichern.“

Am 5. September 2014 hatte ein ohrenbetäubender Knall die Nachtruhe an der Müdener Straße in Unterlüß beendet. Eine Detonation riss um 2.39 Uhr den Geldautomaten der Volksbank aus der Verankerung. Die Langfinger brachen das Servicemodul des Apparates auf und leiten ein Gasgemisch in das Innere ein. Die Gangster merkten, dass die Stichflamme die in den Fächern liegenden 80.000 Euro unbrauchbar machte und flüchteten. Eine halbe Stunde später schlugen Flammen aus dem Vorraum einer Sparkasse in dem wenige Kilometer entfernten Wriedel im Kreis Uelzen. Eine fünfstellige Summe verschmorte bis zur Unendlichkeit. Den größten Coup der Serie landeten die Banditen ein paar Monate später in Sachsen-Anhalt. In Möckern, nahe Magdeburg, knallte es Ende Juni 2015. Die Täter erbeuteten 110.000 Euro. Im Dezember 2015 ging der Raubzug in Hambühren weiter. Die Ganoven erbeuteten seinerzeit aus einem Selbstbediener an der Nienburger Straße 13.100 Euro.

„Den Taten ging ein hoher logistischer Aufwand und eine lange Vorbereitungsphase voraus. Es dauert, dieses Geflecht überhaupt zu verstehen“, argumentierte die Vorsitzende und machte deutlich, wie aufwendig die Nachforschungen der Ermittler waren. Als sich ein Spaziergänger über einen Audi A6 in einem Waldstück im Kreis Nienburg wunderte, gelangte der Kripo der Durchbruch. Die Beamten kamen einer Bande auf die Schliche, die allein im nördlichen Niedersachsen 19 Geldausgeber in die Luft gejagt hatte. Ganze drei Jahren sollten vergehen, um die ersten Namen zu notieren. Nach einer Explosion im sachsen-anhaltischen Jerichow erhielten Kriminalisten drei Blitzerfotos. Mehrere Fahrzeuge mit polnischem Kennzeichen rauschten in eine Radarfalle. Die Fahnder baten ihre Kollegen im Nachbarland um Hilfe und kamen so an einen Namen. Piotr M. musste eine DNA-Probe abgeben. Winziger Speichel an einer Getränkedose, die in Hambühren zurückblieb, brachte ihn auf die Anklagebank.

Erstmals konnten die Ermittler eine osteuropäische Bande überführen. Das Vorgehen war immer dasselbe: Die maskierten Männer schleppten eine Propangasflasche in die Bank. Sie injizierten das Gasgemisch in die Automaten und dichteten das Gerät mit Warnwesten oder anderen Kleidungsstücken ab, um es luftdicht zu verschließen. Danach knallte es. Ein bayrisches Gericht verurteilte M. im März wegen zweier Detonationen in einer Gemeinde nahe Regensburg zu fünfeinhalb Jahren Gefängnis. Die Räuber erlangten 196.000 Euro. Den Strafrahmen musste die Kammer in Lüneburg nun erhöhen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger beantragte für seinen Mandanten sieben Jahre.

Von Benjamin Reimers

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