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Südheide Tafeln sollen über Kriegsgräber auf Waldfriedhof in Unterlüß informieren
Celler Land Südheide Tafeln sollen über Kriegsgräber auf Waldfriedhof in Unterlüß informieren
17:59 08.08.2017
Von Christopher Menge
Unterlüß

UNTERLÜSS. Die geplante Infotafel, die zum Volkstrauertag stehen soll, soll nach Vorbild der Infotafel an der St.-Peter-Paul-Kirche in Hermannsburg gestaltet werden. 5000 Euro sind für die Umsetzung eingeplant. In Zukunft sollen die Besucher dann Informationen zum Lageplan und zu den historischen Hintergründen erhalten. Und: Die auf den einzelnen Flächen beigesetzten Toten sollen namentlich genannt werden. Der Historiker Helmut Grieser hat die Planungen begleitet.

114 Namen stehen dann auf einem Element der Infotafel. Elf Ausländer, die am 11. Juli 1945 in Unterlüß tot aufgefunden wurden, konnten allerdings nicht identifiziert werden. "Wir haben uns an den offiziellen Kriegsgräberlisten orientiert", sagt Rainer Vogeler, Allgemeiner Stellvertreter des Bürgermeisters der Gemeinde Südheide. "Andere Tote konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Es gibt keine Unterlagen, auf die man sich verlassen kann."

Der Unterlüßer Hobby-Historiker Peter Heine hatte im Frühjahr dieses Jahres kritisiert, dass der Name des Italieners Renato Gallina nicht in der Liste auftauche. Er hatte ein Dokument gefunden, aus dem hervorgeht, dass der Mann, der am 14. Dezember 1943 starb, auf dem Friedhof in Unterlüß begraben wurde. Vogeler hat diese Unklarheit bei seiner Recherche aber möglicherweise beseitigt. Der Fachbereichsleiter hat eine Anordnung zur Veränderung der Kriegsgräberlisten aus dem Jahr 1959 gefunden. "Darin steht, dass der Name des Italieners ,Gollina' zu streichen ist", sagt Vogeler. Vorname, Geburts- und Todesdatum seien unbekannt.

Hintergrund ist, dass dieser Mann und ein weiterer Italiener auf den italienischen Ehrenfriedhof Hamburg-Öjendorf umgebettet wurden. Gut möglich, dass es sich bei einem dieser Männer um Renato Gollina (oder Gallina) gehandelt hat.

Heine hatte außerdem beanstandet, dass zu dem Luftangriff der Alliierten auf das Säuglingsheim keinerlei Informationen auf dem Friedhof zu finden seien. Aber auch das soll sich ab dem 19. November ändern. Auf dem dritten Element der Infotafel werden die Besucher dann nämlich über "Ausländerkinder-Pflegestätten", das Säuglingsheim in Unterlüß und über Zwangsarbeiter bei der damals mehrheitlich dem Deutschen Reich gehörenden Firma Rheinmetall-Borsig informiert.