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Südheide Tierquälerei in Unterlüß
Celler Land Südheide Tierquälerei in Unterlüß
17:09 12.12.2011
Ziegen und Schafe wurden vergiftet, vom Nachbarn im Schrebergarten - Stephanie Alm Tollisch Quelle: Peter M¸ller
Unterlüß

UNTERLÜSS. Jämmerlich schrie das Lämmchen, als es von seiner Mutter fortmusste. Doch die Mutter war tot. Vermutlich vergiftet. Halterin Isabell Alm aus Unterlüß hat einen Verdacht und auch Anzeige bei der Polizei erstattet. Zwei Schafe und drei Ziegen starben im Laufe des Jahres, eine vierte Ziege wurde ebenfalls krank, konnte jedoch gerettet werden. Jetzt liegt der Fall bei der Staatsanwaltschaft Lüneburg.

Der Spuk begann im Januar; zuerst verendete eine Ziege. Gestorben ist sowohl diese als auch die anderen Tiere nach Angaben des behandelnden Tierarztes an verdorbenen Lebensmitteln, berichtet Alm. Sie verdächtigt ihren Bekannten W., diese über den Zaun geworfen zu haben.

Streit mit dem Beschuldigten habe es nie gegeben - bislang. Als eine Zeugin an Alm herantrat und ihr von dem Verdacht erzählte, bedrohte er diese: „Er wurde richtig aggressiv, drohte, ihre Haustiere zu vergiften und ihre Kinder.“

Das Schicksal ihrer Tiere traf die Unterlüßer Ratsfrau. Zu Pfingsten war das Lamm geboren worden; kurz darauf wurde der Vater vergiftet, einen Monat später die Mutter. „Die Tiere waren jeweils binnen 24 Stunden tot.“ Nachdem sie Ende September Anzeige erstattet hatte, starb noch ein weiteres Tier, nun scheint vorerst Ruhe eingekehrt zu sein.

In dem Fall ermittelte die Polizei in Unterlüß. Polizeisprecher Guido Koch berichtete, dass Alm und W. sich gegensätzlich geäußert hätten, „die Staatsanwaltschaft muss nun eine Wertung vornehmen.“

Stimmen die Vorwürfe, hat der Verdächtige also die Tiere ohne triftigen Grund vergiftet, hat er sich strafbar gemacht, klärt der Celler Rechtsanwalt Meinhard Heidrich auf: „Das ist eine Straftat nach dem Tierschutzgesetz und kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden.“

Die Staatsanwaltschaft Lüneburg versucht nun herauszufinden, ob W. die Tat begangen hat und ob sie für das Verenden der Tiere ursächlich war, gab Oberstaatsanwalt Roland Kazimierski an. Zu der Tierquälerei käme dann auch auch eine Sachbeschädigung. Derzeit wartet man in Lüneburg auf die Aussage des Beschuldigten. Auch für die CZ war er für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen.

Von Isabell Prophet