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Südheide Toter Wolf bei Bonstorf: Belohnung ausgesetzt
Celler Land Südheide Toter Wolf bei Bonstorf: Belohnung ausgesetzt
12:12 20.11.2018
Von Christopher Menge
Wolf (Symbolfoto) Quelle: Joachim Gries
Bonstorf

Wie das Wolfsbüro in der vergangenen Woche bestätigte, war am 7. März auf einem Feld bei Bonstorf eine tote Wölfin gefunden worden. In ihrem Kadaver wurden 18 Schrotkugeln gefunden. Ein Verein hat eine Belohnung für die Ergreifung des Täters ausgesetzt.

"Man kann das nicht gutheißen, aber das ist das Ergebnis davon, dass jahrelang nichts passiert ist", sagt Schepelmann. In Niedersachsen lebten inzwischen 14 Rudel. "Jährlich kommen 30 Prozent dazu – da wird klar, wie schnell das zu einer beängstigten Anzahl führt", so der Landespolitiker. "Die Tierhalter fühlen sich im Stich gelassen."

Es müsse bewirkt werden, dass auf europäischer Ebene anerkannt werde, dass der günstige Erhaltungszustand beim Wolf erreicht sei. Ein erster Schritt dafür sei, dass die Nationalstaaten selbst jährlich den Bestand messen. "In Deutschland haben wir den günstigen Erhaltungszustand längst erreicht", sagt Schepelmann.

Erst dann ergebe es Sinn, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. "Wir müssen zu einem Wolfsmanagement kommen, bei dem auch Tiere geschossen werden", sagt Schepelmann. "Dann bekommen wir auch wieder Akzeptanz in der Bevölkerung." Immer nur die Mittel für wolfssichere Zäune zu erhöhen, löse das Kernproblem nicht. "Das Problem ist, dass es immer mehr Wölfe gibt", so Schepelmann.

Unterdessen hat der Verein Wolfsschutz Deutschland zusammen mit einem Fördermitglied eine Belohnung in Höhe von 2100 Euro für die Ergreifung des Täters ausgesetzt, der die junge Wölfin aus dem Wietzendorfer Rudel erschossen hat. "Dieser Mordlust von Wolfsgegnern müssen wir endlich Einhalt gebieten", sagt die Vorsitzende des Vereins Brigitte Sommer.

Zugleich stellte der Verein bei der Staatsanwaltschaft in Celle Anzeige wegen illegalerTötung gegen Unbekannt und gegen die niedersächsische Agrarministerin Barbara Otte-Kinast wegen Aufrufs zu einer Straftat. Die CDU-Politikerin hatte gegenüber der Deutschen Presseagentur geäußert, dass "wir dem Wolf nur eine Grenze zeigen können, wenn wir auch mal einen entnehmen". Zudem sei sie gegen die Ausbreitung des Wolfes, weil es die Nutztierhalter einschränke. Nach Meinung von Sommer bestärkt diese Aussage viele Wolfsgegner in ihrem Vorhaben, auf die Jagd nach Wölfen zu gehen. Zudem schüre die Ministerin Ängste bei Touristen, obwohl gerade der Wolf in letzter Zeit den Tourismus ankurble. Der Tourismusverband "Lüneburger Heide" habe sogar mitgeteilt, dass es bisher keine Auswirkungen gebe, im Gegenteil, die Übernachtungszahlen würden sogar weiter ansteigen.

Im Bonstorfer Fall stehen die Jäger unter Verdacht. Kreisjägermeister Hans Knoop sagte der Celleschen Zeitung, dass die Wahrscheinlichkeit groß sei, dass ein Jäger der Schütze sei. Er mahnte aber, zunächst die Ermittlungen der Polizei abzuwarten. Knoop geht aber davon aus, dass es schwer wird, den Täter zu finden. „Ein Schrotschuss ist sehr schwer einer Waffe zuzuordnen“, so der Kreisjägermeister. Erschwerend hinzu kommt, dass die Polizei laut Pressesprecher Michael Stoll vermutet, dass „der Wolf nicht an dem Fundort getötet worden ist“. Es ist also durchaus möglich, dass die tödlichen Schüsse außerhalb des Landkreises abgegeben worden sind und die Wölfin noch bis zum Feld bei Bonstorf gelaufen ist.

Knoop hatte nach dem Vorfall die Politik in die Pflicht genommen, endlich einen Rahmen für den Umgang mit dem Wolf zu schaffen. Schepelmann ist zumindest optimistisch, dass die nächsten Schritte gemeinsam mit Umweltminister Olaf Lies in naher Zukunft angegangen werden. Zuletzt hatte der SPD-Minister die Besenderung des Cuxhavener Rudels angeordnet. "Deiche müssen wolfsfreie Zonen sein", sagt Schepelmann.