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Südheide Toter Wolf bei Bonstorf: Jäger unter Verdacht
Celler Land Südheide Toter Wolf bei Bonstorf: Jäger unter Verdacht
13:32 07.11.2018
Von Christopher Menge
Quelle: Joachim Gries
Bonstorf

„Der Täterkreis kann noch nicht eingegrenzt werden“, sagt Michael Stoll, Pressesprecher der Polizei Celle, auf CZ-Anfrage.

Doch wer ist denn überhaupt im Besitz einer Schrotflinte? „Im Landkreis Celle – ohne Stadt Celle, die hat eine eigene Waffenbehörde – sind insgesamt 3714 Waffen registriert, aus denen Schrotpatronen verschossen werden können“, sagt Pressesprecher Tore Harmening. „Hierbei handelt es sich um Flinten, Büchsflinten, Drillinge und Vierlinge. Diese Waffen werden zur Jagd auf Kleinwild oder beim sportlichen Schießen verwendet.“

War es ein Jäger? „Die Wahrscheinlichkeit ist groß“, gibt Kreisjägermeister Hans Knoop zu. „Wir müssen jetzt aber erstmal die Ermittlungen abwarten.“ Er hatte schon vor einiger Zeit davor gewarnt, dass jemand zur Waffe greifen könnte, um einen Wolf zu erlegen. „Das ist wie Selbstjustiz – die Kreisjägerschaft lehnt das ab“, betont Knoop, der die Politik aber mehr denn je in der Pflicht sieht, endlich einen Rahmen für den Umgang mit dem Wolf zu schaffen. „Eine unendliche Ausbreitung des Wolfes kann es nicht geben“, so Knoop.

Der Kreisjägermeister geht davon aus, dass es nicht einfach wird, den Täter zu finden. „Ein Schrotschuss ist sehr schwer einer Waffe zuzuordnen“, sagt Knoop. Erschwerend hinzu kommt, dass die Polizei laut Stoll vermutet, dass „der Wolf nicht an dem Fundort getötet worden ist“. Es ist also durchaus möglich, dass die tödlichen Schüsse außerhalb des Landkreises abgegeben worden sind und die Wölfin noch bis zum Feld bei Bonstorf gelaufen ist.

„Und bisher ist nicht bewiesen, dass es überhaupt ein Jäger war“, sagt Knoop, der allerdings für den Fall, dass sich der Verdacht bestätigt, Konsequenzen ankündigt: „Den Jagdschein wäre der Täter wahrscheinlich ohnehin im gerichtlichen Verfahren los. Wir müssen uns dann überlegen, ob wir so jemanden in unseren Reihen haben wollen.“ Solche Gedanken seien aber noch verfrüht.

Das Wolfsbüro hatte am vergangenen Dienstag vermeldet, dass am 7. März auf einem Feld bei Bonstorf ein illegal getöteter Wolf gefunden wurde. Es ist der erste Vorfall im Landkreis Celle dieser Art seit der Rückkehr der Wölfe nach Niedersachsen. In den Jahren 2015 und 2016 kamen vier Wölfe auf Celler Straßen bei Verkehrsunfällen ums Leben.