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Südheide Überquerung musikalischer und ethnischer Barrikaden
Celler Land Südheide Überquerung musikalischer und ethnischer Barrikaden
17:51 17.08.2010
Die israelische Jugendtanzgruppe „Hora Aviv Pardess Hanna Karkur“ begeisterte während ihres Auftritts in Hermannsburg. Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Hermannsburg

Nicht nur ihre tänzerische Vielseitigkeit und ihre fröhliche, schwungvoll-mitreißende Art, sondern auch ihre farbenfrohen, dem jeweiligen Tanzgenre entsprechenden Kostüme sorgten für Begeisterung. Die überaus beeindruckende Kombination aus Bandbreite und Qualität reichte vom folkloristischen bis zum modernen Volkstanz, von orientalisch-meditativer Poesie bis zum leidenschaftlichen Flamenco, von Kult- und Tempeltänzen bis zum ballettmäßigen Ausdruckstanz.

Es war fantastisch, wie gefühlvoll die in wechselnden Formationen auftretenden Tänzerinnen und Tänzer etwa das „Beautiful Israel“ interpretierten, wie sie mit schmachtenden Blicken den Song „Missing You“ in Szene setzten oder beim „Tanz der Nomaden“ die Bühne ins Wanken brachten und wie sie am Ende ausgelassen ihren traditionellen „Hora“ tanzten. Bei ihrem abwechslungsreichen und buchstäblich grenzenlosen Programm überquerten die Jugendlichen zugleich musikalische und ethnische Barrikaden und setzten ein hoffnungsvolles Zeichen von gegenseitigem Respekt und Achtung vor dem Anderssein – eine ermutigende Botschaft in einer Zeit, in der wir viel zu häufig mit Schreckensmeldungen aus dem Nahen Osten konfrontiert werden.

Die Tänze dieser Gruppe waren Ausdruck einer schier unbändigen Lebensfreude und unerschöpflichen Vielfalt, aber auch der Träume Israels, erfüllt vom Ton einer modernen multikulturellen Gesellschaft, die Menschen aus der ganzen Welt aufgenommen hat.

Von Rolf-Dieter Diehl