Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Unterstützer machen Nazi-Gegnern Mut
Celler Land Südheide Unterstützer machen Nazi-Gegnern Mut
16:21 16.12.2011
Die Mahnwache am Pfarrhaus in Unterl¸fl wurde von rund 60 Menschen besucht. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Unterlüß

UNTERLÜSS. Hier war in der Nacht zu Donnerstag von Unbekannten ein Molotow-Cocktail geworfen worden, der Rußflecken an Wand und Boden hinterließ. Nach Angaben von Pastor Wilfried Manneke nahmen an der Mahnwache etwa 60 Personen teil, darunter auch der Unterlüßer Bürgermeister Kurt Wilks sowie Ratsmitglieder. Zu 30 Mitgliedern der Gemeinde gesellten sich ebenso viele aus dem Netzwerk gegen Rechtsextremismus Südheide.

Die Mahnwache hatte den Rahmen einer Andacht, Pastor Klaus Burckhardt, Friedensbeauftragter der Landeskirche Hannover hatte sie vorbereitet. Manneke und Klaus Jordan, auf dessen Haus ebenfalls ein Anschlag verübt worden war, erklärten, sie ließen sich nicht einschüchtern.

Seit Donnerstag erreichten ihn viele E-Mails, in denen die Menschen ihre Anteilnahme ausdrückten, sagte Manneke. „Sie machen uns Mut“, so Pastor. Zu den Absendern zählte auch Landesbischof Ralf Meister.

Mit großer Betroffenheit und Fassungslosigkeit habe er von den Brandanschlägen in Unterlüß und Niederohe erfahren, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch. Als Mitglied im Landtagsausschuss für Angelegenheiten des Verfassungsschutzes sowie im Innenausschuss werde er darauf drängen, dass die Ereignisse schnellstmöglich untersucht und aufgeklärt werden.

Rolf Meyer, SPD-Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Celle, nannte die Brandanschläge einen Skandal. "Es gibt offenkundig auch bei uns einen braunen Sumpf. Deshalb sind alle Demokraten aufgefordert, sich zu engagieren und Stellung zu beziehen", sagte Meyer. Wer glaube, er könne dieses Problem durch Schweigen lösen, irre sich gewaltig. Meyer forderte seine Abgeordnetenkollegen im Bund und im Land auf, klar und unmissverständlich Flagge zu zeigen.

In Eschede wird heute ab 14 Uhr gegen das erwartete Nazitreffen demonstriert. Vom Bahnhof führt der Protestzug zur Marinesiedlung. Nach einer Zwischenkundgebung geht es zurück zum Bahnhof, wo ab 16.30 Uhr eine Andacht mit dem Titel „Lichter gegen Extremismus“ stattfindet. Der Aufruf zur Demonstration war von über 80 Unterzeichnern unterstützt worden.

Von Joachim Gries