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Südheide "Viele Weesener gehen gar nicht erst weg"
Celler Land Südheide "Viele Weesener gehen gar nicht erst weg"
16:21 30.11.2018
Quelle: Kirsten Glatzer
Weesen

Am Freitagmorgen um halb zehn ist in Weesen, etwa ein Kilometer östlich von Hermannsburg gelegen, tierisch was los. Denn neben den rund 500 Menschen, die hier leben, gibt es eben auch jede Menge vierbeinige Bewohner. Brigitte und Joachim Scheibchen sind wie jeden Morgen bei ihren Pferden Desmond und Ruby. Nun stehen Ausmisten, Bewegen, Füttern und Pflegemaßnahmen auf dem Programm. Wie jeden Tag im Jahr – und natürlich bei jeder Witterung. „Pferdehaltung ist eigentlich kein Hobby, sondern vielmehr eine Lebenseinstellung“, stellt Brigitte Scheibchen lakonisch fest. Seit 30 Jahren gehören die Vierbeiner für sie wie selbstverständlich dazu.

Auch im Leben von Janina Thies spielen Tiere eine Rolle. Sie hat nach Weesen eingeheiratet, ihr Mann Thorsten hat hier einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Rinderaufzucht, Biogasanlage und Mastschweinhaltung. Heute verbindet Janina Thies den morgendlichen Spaziergang mit ihrem jüngsten Sohn Wilke und Hundedame Aila damit, ihrem Ehemann einen Besuch abzustatten. Der hat Stallungen auf dem gegenüberliegenden Hof gepachtet, in denen die Mastschweine gehalten werden. Gerade gab’s neue Ferkel, die diesmal allerdings schon deutlich mehr als 30 Kilo auf die Waage bringen. Im Gegenzug werden auch „fertige“ Schweine abgeholt, die das Wunschgewicht bereits erreicht haben.

Das Ortsbild ist geprägt von alten Bauernhäusern und -höfen, auf vielen sind noch heute Treppenspeicher zu sehen, die einst der Vorratshaltung dienten. Auch im Ortszentrum neben dem Feuerwehrhaus ist so ein Speicher zu bewundern. Er wurde von den Naturschutzfreunden Weesen aufgebaut. Schräg gegenüber steht neben dem Buswartehäuschen das ehemalige Transformatorenhaus, das Fledermäusen und Eulenvögeln als Zuhause dienen soll.

Und während in der Kellerwerkstatt des Fahrradgeschäfts von Stefan Knoop eifrig geschraubt wird, hält der Chef oben im Laden die Stellung. Unterstützt wird er dabei nach Kräften von Labradoodle Balu, der „für die Animation der Kunden zuständig ist“, wie Stefan Knoop mit einem Augenzwinkern verrät. Um den Fahrrad-Hol-und-Bringdienst hingegen muss er sich schon selbst kümmern.

Silke Hagelstein, Geschäftsführerin des Hotel-Restaurants „Im Wiesengrund“ muss auf solcherlei Hilfsdienste von Vierbeinern zwar verzichten, kann sich dafür aber voll und ganz auf ihren Ehemann und ihre Mitarbeiter verlassen. Heute morgen ist der Parkplatz vor dem Haus schon gut belegt, denn ein Gast hat zum Geburtstagsfrühstück eingeladen. Silke Hagelstein übernahm den Betrieb 1999 von ihren Eltern. Eigentlich hatte sie ursprünglich ganz andere berufliche Pläne, aber die Sehnsucht nach ihrem Heimatort überwog letztlich. „Ich lebe sehr gern hier. Viele Weesener gehen gar nicht erst weg oder kommen nach der Ausbildung wieder zurück. Problematisch ist nur, dass Baugrundstücke Mangelware sind. Mein Mann und ich haben aus dem Grund damals am Haus meiner Eltern angebaut.“ Nebenan, auf dem „Hof Wiesengrund“, wird ebenfalls gebaut. Hier entstehen aus dem einstigen Pferdestall Ferienwohnungen, denn auch immer mehr Urlauber zieht es ins ländliche Idyll.

... einem Dorf oder einer Gemeinde im Landkreis Celle: CZ-Mitarbeiter besuchen Orte, die sonst nicht im Fokus stehen, und kommen mit Bürgern über ihren Lebensmittelpunkt ins Gespräch.

Von Kirsten Glatzer

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