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Südheide Vier Millionen für Investitionen
Celler Land Südheide Vier Millionen für Investitionen
17:05 21.12.2011
Hermannsburg

Lauter gute Nachrichten verkündete Kämmerer Rainer Kirchhoff dem Rat Hermannsburg bei der Verabschiedung des Haushalts: Steigende Steuereinnahmen, wenig Arbeitslosigkeit, eine gute Wirtschaftslage, niedrige Zinsen. Das geplante Defizit ist mit rund 650.000 Euro im kommenden Jahr deutlich niedriger als in vorangehenden Jahren. Demgegenüber stehen Investitionen von mehr als vier Millionen Euro, knapp zwei Millionen werden aus Einzahlungen finanziert - zum Beispiel Beiträge für den Straßenausbau von den Anliegern.

Mit 1,5 Millionen Euro ist die Ortsentwicklung der größte Posten unter den Investitionen, mit etwas mehr als einer Million schlägt außerdem der Ausbau der Straße Heidberg zu Buche. Dazu kommt eine Kapitalrücklage für die Wirtschaftsbetriebe mit rund 330.000 Euro und der Neubau der Kindertagesstätte Pusteblume auf dem Gelände der Grundschule am Lutterweg mit 245.000 Euro. "Wir haben die Aufgabe, die Entwicklung Hermannsburgs und seiner Bürger erfolgreich zu gestalten", sagte CDU-Ratsherr Andreas Koch, der Vorsitzende des Finanzausschusses.

Kritik am Haushaltsplan äußerte Edmund Riggers (FDP): "Bei einem Defizit von 650.000 Euro sind 150.000 für die Lindansanierung nicht vertretbar." Ein Klassenzimmer und ein Aufenthaltsraum der Grundschule am Lutterweg sollen im Zuge des Kita-Neubaus saniert werden. Riggers machte geltend, dass die Lindanwerte in den Räumen unterhalb jener Werte liegen, die in der Regel als Sanierungsziel gefordert werden. "Ohne mich", entschied Riggers, und verweigerte seine Zustimmung.

Problematisch bleiben Kirchhoff zufolge die steigenden Soziallasten. "Die Kommunen sind strukturell unterfinanziert und müssten dringend entlastet werden." Schmerzhaft für den Gemeindehaushalt sind insbesondere die Kreisumlage mit 2,7 Millionen Euro, mit diesem Geld werden zum Beispiel Straßen ausgebaut. Zinsen für Liquiditäts- und Investitionskredite zahlt Hermannsburg im kommenden Jahr 180.000 und 403.000 Euro. Dennoch sind die Schulden moderat: Pro Kopf belaufen sie sich auf rund 1200 Euro, ein vergleichsweise niedriger Betrag.

Das Problem der Gemeinde ist nicht das laufende Geschäft: "Da kommen wir gut hin", sagt Bürgermeister Axel Flader, "aber die Schuldenlast ist immens." Ein vererbtes Problem also, von dem die Gemeinde ohne höhere Einnahmen nicht wegkommen wird.

Raum für Optimismus gibt es im kommenden Jahr jedoch: Die Erträge sind mit knapp acht Millionen Euro vorsichtig geschätzt, die Aufwendungen mit 8,6 Millionen großzügig, sagt Kirchhoff. Jedoch: "Einige große Posten können wir als Gemeinde nicht beeinflussen." Brechen Steuereinnahmen weg oder fällt der Wert des Euros ist die Gemeinde machtlos.

Auch in den vergangenen Jahren hatte die Gemeinde mit einem hohen Defizit geplant, "2010 hatten wir statt 1,4 Millionen Minus am Ende ein Plus von 170.000", berichtet Flader. Warum? "Wir planen schlecht." Ein Scherz, denn: "Wir planen wie ein vorsichtiger Kaufmann plant", sagt Kirchhoff.

Von Isabell Prophet