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Südheide "Walhalla Warriors" haben in Hermannsburg die Nase vorn (mit Video und Bildergalerie)
Celler Land Südheide "Walhalla Warriors" haben in Hermannsburg die Nase vorn (mit Video und Bildergalerie)
20:17 12.06.2016
Hermannsburg

Und auch das Wetter war – zumindest am Sonntag – echt schottisch. "Trotz leicht erhöhter Luftfeuchtigkeit", wie Mitorganisator Thomas Hermsdorf es nannte, "war auch die fünfte Auflage wieder gut besucht."

Toffees, Whisky und Guinness: Die Veranstalter der Hermannsburger Hei(de)land Games sorgten am Wochenende für echtes Insel-Gefühl.

Für die Mannschaften vor Ort war das Wetter sogar ganz angenehm. Denn so bekamen sie zumindest gestern etwas Abkühlung bei ihren schweißtreibenden Aufgaben. Am Samstag dagegen war kaum eine Wolke zu sehen, und den Aktiven war die Anstrengung förmlich anzusehen.

Im Wettkampf musste unter anderem ein 250 Kilogramm schweres und mit Splitt gefülltes Holzfass gerollt werden. Einige Wettbewerbsteilnehmer hatten schon Probleme damit, das Behältnis in Gang zu setzen, und scheiterten beim Versuch, es dann wieder zu stoppen und in die richtige Richtung zu lenken.

Kurios ging es auch beim Sackhüpfen zu: Viele Teams probierten erstmal verschiedene Taktiken aus – sehr zur Freude der Zuschauer. Denn einige Teilnehmer waren davon überzeugt, dass man beim Sackhüpfen nicht unbedingt hüpfen muss, sondern auch laufen kann. Ein Trugschluss, wie sich durch die Landung auf dem harten Boden herausstellte.

Viel Kraft wurde beim Drehen eines Traktor-Reifens gebraucht. Zum Ende der Strecke wurden die Arme und Beine der Teilnehmer immer schwerer, und das Tempo nahm ab.

Echte Veteranen, wie die Faßberger Truppe "Unicorns of the Death", die bereits zum vierten Mal dabei waren, stellten sich da schon besser an. "Wir feuern uns mit anderen Mannschaften gegenseitig an", sagte Teamkapitän Jonas Aßmann. Eine besondere Verbundenheit hat seine Truppe zu den "Walhalla Warriors" aus Meißendorf. Die jungen Männer kennen sich auch privat gegenseitig und keiner will sich als Verlierer ein Jahr lang den Spott des Gegners anhören müssen. So wird bei fast jeder Disziplin der dritte Versuch ausgereizt, um auf eine möglichst hohe Punktzahl zu kommen. "Wir erkundigen uns bei den Schiedsrichtern, wie viel Zeit die anderen gebraucht haben, und gucken so, wo wir uns noch verbessern können", so Aßmann.

Publikumsliebling waren in diesem Jahr wieder einmal "Alberts Baumschupser" vom Albert-Schweitzer-Familienwerk. "Wir können mit Stolz sagen, dass bei den Hei(de)land Games von Inklusion nicht nur gesprochen wird, sondern dass sie gelebt wird", so Thomas Hermsdorf. Insgesamt nahmen 17 Nationen teil, darunter je ein komplett britisches und ein französisches Team. Und auch einige Neubürger, die in den vergangenen Jahren aus fernen Ländern nach Hermannsburg gekommen waren, zogen im Schottenrock über das Örtzepark-Gelände.

Am Ende des Wettkampf-Wochenendes hatten die "Walhalla Warriors" die Nase vorn und verwiesen damit "MacCoq" (französisches Team aus Faßberg) und die "Unicorns of the Death" (Faßberg) auf die Plätze. Bei den Frauen liefen "Stuck in the Heath" vor den "Hot Village Potatoes" ein. Die eine oder andere Verletzung bei den Wettkampf-Teilnehmern war nicht zu vermeiden, "das meiste Blut gehörte aber zu den Kostümen der Beteiligten", sagte Mitorganisator Hermsdorf. Er lobte vor allem den Zusammenhalt und das friedliche Miteinander der Teams. "Die legen hier alles rein und gehen hinterher richtig auf dem Zahnfleisch", sagte er und ergänzte: "Sie fragen aber trotzdem alle, wann es im nächsten Jahr wieder losgeht." Ein genauer Termin stehe zwar noch nicht fest, "aber es spricht auch nichts gegen die sechste Auflage im kommenden Jahr", so Hermsdorf. Und dann gibt es sicherlich auch wieder Toffees, Whisky und Guinness.

Von Alexander Hänjes