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Südheide Wettlauf ums Mittelzentrum
Celler Land Südheide Wettlauf ums Mittelzentrum
17:06 12.09.2013
Die Kommunen Unterlüß und Hermannsburg wollen gerne als Gemeinde - Südheide MIttelzentrum werden. Realistisch scheint das nicht. Quelle: Gemeinde Unterlüß
Hermannsburg

Einen besseren Status im Raumordnungsplan des Landes, um damit mehr Geschäfte wie Elektronikmärkte anzulocken und Förderung zu bekommen. Im Nordkreis gibt es darum jetzt einen regelrechten Wettlauf, nachdem Hermannsburg zusammen mit Unterlüß einen Antrag zum Mittelzentrum auf den Weg bringen will.

Die neue Gemeinde Südheide soll Mittelzentrum werden. In Hermannsburg gibt es den Beschluss bereits, in Unterlüß soll es bald soweit sein. „In den Vorberatungen gab es auch in Unterlüß einen einstimmigen Beschluss des Verwaltungsausschusses, so dass von einer Bestätigung durch den Rat auszugehen ist“, sagte Bürgermeister Kurt Wilks. Anfang Oktober soll es soweit sein

In einer gemeinsamen Mitteilung werben die zukünftigen Partner für ihre Vorzüge. „Neben einer Einwohnerzahl von dann rund 11.700 gibt es in der neuen Gemeinde Südheide den größten privaten Arbeitgeber im Landkreis Celle und viele weitere Gewerbebetriebe. Alle Elementarschulen inklusive Gymnasium sind vorhanden. Darüber hinaus runden die Fachhochschule für Interkulturelle Theologie sowie das Evangelische Bildungszentrum Hermannsburg das Bildungsangebot in der neuen Gemeinde Südheide ab”, heißt es dort. Außerdem gebe es den Bahnanschluss in Unterlüß mit stündlicher Anbindung nach Hamburg und Hannover, eine gute ärztliche Versorgung und eine optimale Versorgungsstruktur im Einzelhandel. „Dies alles sind gewichtige Argumente, dass die neue Gemeinde Südheide diesen Antrag beim Land Niedersachsen stellen wird. Schließlich haben wir mit der Fusion immer die Absicht verfolgt, unsere Gemeinden in der Zukunft zu festigen und zu stärken“, sagt Bürgermeister Axel Flader.

Er gibt selber zu, dass es ein Antrag mit offenem Ausgang ist, denn Hermannsburg wird sich mit einem Antrag in den Wettbewerb mit dem Nachbarn Bergen begeben. Dort gibt es schon seit vergangenem Dezember den Vorstoß, im neuen Landesraumordnungsprogramm vom Grund- zum Mittelzentrum hochgestuft zu werden. Flader betonte deshalb auch nochmal, das die Gemeinde bei dem Antrag nur die eigenen Stärken im Blick habe und nicht auf andere Kommunen schaue.

Bergens Bürgermeister Rainer Prokop reagierte ziemlich gelassen auf den Vorstoß des Nachbarn. „Es ist das Recht jeder Kommune, diesen Antrag zu stellen und sich einschätzen zu lassen”, so Prokop. Man werde dann im Verlaufe des Verfahrens sehen, wie die Angebote bewertet werden.

Prokop kann auch deshalb so gelassen sein, weil der Antrag aus der neuen Gemeinde Südheide wohl schon vor der Einreichung zum Scheitern verurteilt ist, zumindest nach Aussage des Landwirtschaftsministeriums, das Herr des Verfahrens ist. „Ein ganzes Gemeindegebiet als Mittelzentrum festzulegen, widerspricht dem Landes-Raumordnungsprogrammm (LROP). Zwei größere Orte als ein gemeinsames Mittelzentrum festzulegen, entspricht ebenfalls nicht den Vorgaben des LROP”, heißt es dort lapidar.

Bergen hat allerdings auch nicht wahnsinnig gute Karten. Das Ministerium sieht bereits eine große Dichte an Mittelzentren und wehrt sich mit Händen und Füßen gegen politische Entscheidung, doch noch Mittelzentren zuzulassen. Manchmal aber gelingt das nicht. So wurde die Stadt Celle 2008 Oberzentrum gegen den Willen der Planer.

Tore Harmening

Von Tore Harmening