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Südheide Wildscheingatter in Bonstorf öffnet ab 2017 seine Türen
Celler Land Südheide Wildscheingatter in Bonstorf öffnet ab 2017 seine Türen
17:12 06.09.2016
bu Quelle: nicht zugewiesen
Bonstorf

Schon einige Zeit ist das Projekt Schwarzwildgatter auf der Agenda der Hermannsburger beziehungsweise der Südheide-Politik. Jetzt gibt es endlich grünes Licht für das neue Areal, das in der Nähe von Bonstorf errichtet werden soll.

Das Antragsverfahren hat den Verein bereits 13.500 Euro gekostet. Der Aufbau des Gatters selber wird laut dem Vorsitzenden des Vereins, Friedrich-Wilhelm Bauck, noch einmal „ein paar 10.000 Euro kosten“. Wie Bauck sagte, soll zügig mit dem Aufbau begonnen werden. „Wir würden gerne spätestens am Jahresanfang mit der Arbeit dort beginnen“, so Bauck. Dann sollen auch möglichst bald die ersten Wildschweine einziehen, damit sie sich an die Anlage und die Umgebung gewöhnen können.

Wohncontainer, Toiletten oder Ähnliches sind laut dem Bebauungsplan nicht vorgesehen. Lediglich eine Art Unterstellkammer ist genehmigt worden. „Etwas anderes haben wir aber auch nicht gewollt. Es geht nur darum, ein paar Stühle und einen Tisch unterstellen zu können“, sagt Bauck.

Das Gatter soll zur Ausbildung von Jagdhunden dienen. Es geht aber ausdrücklich nicht darum, irgendwelche Schweine durch die Gegend zu hetzen, oder um sonst eine Tierquälerei, wie die Verantwortlichen betonen. Vielmehr sollen in dem Gatter junge Hunde geschult werden, die zu dem Zeitpunkt noch deutlich kleiner als die Wildscheine sind. Daher könnten höchstens die Schweine einen Hund verletzen, nicht aber umgekehrt. Zudem ist nach den Plänen vorgesehen, dass immer nur ein Hund zusammen mit seinem Besitzer und einem weiteren Begleiter in dem Gatter unterwegs ist. Die Arbeit mit dem Schwarzwild ist auf maximal vier Tage in der Woche begrenzt. So können 18 Hunde in der Woche geschult werden.

Die Gesamtanlage des Geheges ist neun Hektar groß und wird in vier Teilbereiche untergliedert. Ein Gatter sei für das Schwarzwild als Ruhegatter vorgesehen und soll einen Wetterschutz, Tränke, Suhle und einen Futterplatz enthalten. Die verbleibende Fläche werde noch mal in drei Blöcke unterteilt und diene als Arbeitsgatter für die „Verhaltensanpassung“ von Jagdhunden. Dort soll auch beobachtet werden, wie sich die Hunde an den Wildschweinen verhalten. So können Jäger kontrollieren, ob ihre Hunde überhaupt für die Jagd auf Wildschweine geeignet sind. Denn sind die Vierbeiner zu aggressiv, drohen ihnen schwere Verletzungen durch das Schwarzwild; haben sie hingegen Angst, bringt das auch nicht sehr viel.

Der Verein will erreichen, dass sich die Anlage über die Einnahmen von den Jägern selbst trägt. Es soll aber kein Profit erzielt werden. Den Standort in der Gemeinde Südheide sehen die Verantwortlichen als ideal an, weil es im Landkreis Celle und den Nachbarlandkreisen sehr hohe Schwarzwildbestände gibt. Es soll bereits einige Anfragen aus der Jägerschaft gegeben haben. Die Landesjägerschaft werde sich zudem mit einem Zuschuss beteiligen.

Von Tore Harmening