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Südheide Wölfe machen sich rar - auch bei Exkursionen
Celler Land Südheide Wölfe machen sich rar - auch bei Exkursionen
16:37 14.02.2014
Unterlüß

UNTERLÜSS. “Das wäre ein Spaziergang, ohne dass man Aussicht auf Erfolg hätte”, sagt der stellvertretende Leiter des Forstamts Unterlüß, der auch ehrenamtlicher Wolfsberater ist. Ändern könnte sich das, wenn feststeht, dass ein weiteres Wolfsrudel in der Region ansässig ist.

Doch darüber könne noch keine Aussage getroffen werden, denn das in der vergangenen Woche bei Eschede gesichtete und fotografierte Wolfspaar trieb sich seit Mitte Dezember auch im Lüßwald herum. Wo sollte man die Beutegreifer suchen, deren Revier 25.000 Hektar umfasst und bis Garßen oder Hermannsburg reichen kann. Riedel weist darauf hin, dass Wölfen gerade in der Aufzuchtphase nicht nachgestellt werden darf. Das sei bei einer besonders geschützten Art verboten.

Stephan Kaasche aus Hoyerswerda bietet seit Jahren in der Lausitz Spurenexkursionen an. Dort hat es nach der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland im Jahr 2000 den ersten Nachwuchs gegeben, dort sind jetzt mehrere Rudel zu Hause. Doch der Naturführer stellt den Tieren mit seinen Gruppen nicht nach. Er bewegt sich auf den Wegen am Rande des Truppenübungsplatzes und sucht nach Spuren der Wölfe oder nach Losung, nach dem Kot der Tiere, der ihre Existenz in der Region beweist. Dass sich bei der Exkursion die Wölfe zeigen, ist ganz selten. “Wir haben vielleicht drei, vier Mal ein Rudel gesehen”, sagt Kaasche.

Für den Naturführer steht die Aufklärung über die seltenen Wölfe im Vordergrund. Er zeigt die Landschaft, in der die Tiere leben, er informiert, wie bei der Schafhaltung die Herde vor dem Beutegreifer zu schützen ist und er erläutert, dass nicht erst seit der Rückkehr des Wolfs viel Geld für die Natur ausgegeben wird. Er zeigt darüber hinaus, welche Tier- und Pflanzenwelt seine Heimatregion zu bieten hat.

Etwa ein Drittel seiner Gruppen besteht aus Schulklassen und Kindergartengruppen, ein Drittel machen Menschen über 40 aus, die sich einfach für die Natur interessieren, ein Drittel machen ausgesprochene Naturfreunde, aber auch Jäger aus. Am schwächsten vertreten bei den Exkursionen ist die Altersgruppe der 14- bis 30-Jährigen. "Es gab anfangs Befürchtungen, dass mit mir 40 Leute durch den Wald laufen", erinnert sich Kaasche. Er begrenzt seine Gruppen auf 15 Personen und ist vor allen an Wochenenden unterwegs. Nachgefragt sei er vor allem bei schönem Wetter und in der Zeit von Mitte März bis Mitte Juli sei "richtig Action".

Darüber hinaus könnten Interessierte viele Informationen auf Tafeln entlang des Wolfsradwegs "erfahren", der über gut 43 Kilometer von Nochten durch das Wolfsgebiet nach Steinbach führt. Die Planung begannen die Gemeinden Boxberg/Oberlausitz und Rietschen sowie die Stadt Rothenburg im Jahr 2005, der Ausbau wurde 2008 abgeschlossen. 22 Kilometer wurden eigens ausgebaut, der Rest sind vorhandene Rad- und Wirtschaftswege und schwach befahrene Straßen.

Riedel würde einen ausgesprochenen Wolfstourismus im Celler Land nicht gut finden. "Das würde Jäger und Grundeigentümer verärgern", meint der Unterlüßer Förster.

Von Joachim Gries