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Südheide Wolf reißt drei Schafe bei Lutterloh
Celler Land Südheide Wolf reißt drei Schafe bei Lutterloh
16:23 04.02.2014
Von Simon Ziegler
Dieses Schaf hat knapp überlebt, ein anderes ist gestorben. Für die Schafhalter ist klar, dass ein Wolf die Tiere angegriffen hat.  Quelle: CZ
Lutterloh

„Am Sonntagnachmittag habe ich nach unseren Schafen gesehen“, sagt Helga Meyer. Sie und ihr Mann wohnen in Hermannsburg, die Herde Schafe wird in der Nähe von Lutterloh gehalten. Nachmittags um kurz nach 16 Uhr dann der grausige Fund. Ein Schaf ist tot, zwei schwer verletzt. Ob sie durchkommen, weiß man noch nicht.

Für Meyer ist klar: es muss der Wolf gewesen sein. Die Abstände der Zähne von vier Zentimetern in den tiefen Wunden sprechen dafür, sagt sie. Zwölf tragende Mutterschafe und ein Zuchtbock werden einen knappen Kilometer vom Dorf entfernt gehalten. Direkt dahinter fängt das Rheinmetall-Gelände an. Das Schaf-Gehege ist eingezäunt, aber offenbar nicht hoch genug. Auch ein Elektrozaun hat den Angriff nicht verhindern können.

Rheinmetall-Förster und Wolfsberater Theo Grüntjens nahm den Fall am Sonntag auf. „Es spricht vieles dafür, dass es ein Wolf gewesen sein könnte. Der Wolf ist oft in der Gegend gewesen. Und die Wiese grenzt an den Wald“, sagt er. Endgültige Sicherheit gebe es aber noch nicht. Ein DNA-Abstrich wurde gemacht und ins Labor nach Hannover geschickt. Wann es Ergebnisse gibt, ist unklar. Grüntjens: „Ich hoffe schnell, im Interesse aller.“

Für die Hermannsburger Schafhalter steht eine Menge auf dem Spiel. Das tote Tier ist „ein wertvolles Coburger Fuchsschaf“, sagt Helga Meyer, eine Rasse, die vom Aussterben bedroht sei. „Wir sind mit Ziegen und Schafen im Aufbau einer Zucht. Die soll unser Haupterwerb werden. Es geht um unsere Existenz.“ Die Züchter müssen jetzt einen neuen, höheren Zaun bauen. Der muss mindestens 1,50 Meter hoch sein und 30 oder 40 Zentimeter in den Boden ragen. „So ein Zaun ist für 6000 oder 7000 Euro nicht zu haben“, schimpft Helga Meyer. Kleiner Trost: Die Schafhalter können Anträge auf Schadensersatz beim Land Niedersachsen stellen.

Immer wieder wurden in den letzten Wochen und Monaten im Celler Land Risse von Schafen und Damwild bekannt. Auch gibt es immer häufiger Nachweise von Wölfen. Im Adelheidsdorfer Gemeinderat wurde vor wenigen Wochen berichtet, dass ein Raubtier auch im Raum Dasselsbruch gesichtet worden sein soll. Kreisjägermeister Hans Knoop konnte das aber gegenüber der CZ nicht bestätigen.

Weil das Thema die Menschen bewegt, wird die Cellesche Zeitung am Dienstag, 10. Dezember, im Stadthaus Bergen eine Podiumsdiskussion veranstalten (19 Uhr). Mit dabei sein werden Vertreter des Umweltministeriums, der Jäger, Schafhalter sowie die Wolfsberaterin Britta Habbe.