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Südheide Wolfs-Nachwuchs bei Rheinmetall in Unterlüß
Celler Land Südheide Wolfs-Nachwuchs bei Rheinmetall in Unterlüß
13:14 07.11.2018
Die drei Wolfswelpen zeigten sich am Mittwochabend auf dem Rheinmetall-Gelände kurz hinter der - Kreisgrenze. Den Preis werden am Montag in Lüneburg entgegennehmen (von links) Lehrerin Monika Paul, Nevin Yavsan, Jessica Lippe, Finn Baumung, - Johanna Sussik und Melina Stankewitz. Quelle: cz
Unterlüß

UNTERLÜSS. Wolfsnachwuchs jetzt auch auf dem Rheinmetall-Schießplatz nördlich von Unterlüß im Landkreis Uelzen: Drei Wolfswelpen wurden dort am Mittwochabend fotografiert, nachdem Rheinmetall-Förster Rüdiger Quast am Vortag bereits zwei kleine Wölfe vor der Kamera hatte. „Damit ist in Niedersachsen nun das vierte Wolfsrudel bestätigt“, steht für Britta Habbe, Wolfsbeauftragte der Landesjägerschaft Niedersachsen, fest.

Im Jahr 2006 war erstmals ein Wolf auf dem Rheinmetall-Gelände gesehen worden, im Frühjahr 2007 war er fotografiert worden. Seit gut einem Jahr waren im Rahmen des Monitorings einzelne Nachweise von einem Wolf in der Region erbracht worden, zudem gab es dort Sichtungen von zwei Tieren. „Es war zu erwarten, dass sich Nachwuchs einstellt“, sagte gestern Rheinmetall-Förster Theo Grüntjens. Die Jungwölfe kamen nach seinen Angaben kurz hinter der Kreisgrenze zur Welt, das Rudel streift aber auch durch den Celler Nordkreis. Ob es sich bei einem der Elterntiere um einen Nachfahren aus dem Munsteraner Rudel handelt, ist noch offen.

Bisher gab es in diesem Jahr für die drei in Niedersachsen bekannten Rudel bei Munster, Bergen und Gartow nur beim Berger Rudel einen sicheren Nachweis von Welpen. Auch für das im Februar bei Eschede nachgewiesene Wolfspaar gibt es noch keinen Hinweis.

Oberschüler aus Bergen haben unterdessen mit ihrer Beschäftigung mit den großen Beutegreifern einen Preis gewonnen, es steht nur noch nicht fest, welchen. Das wird erst bei der Preisverteilung am Montag in Lüneburg bekannt gegeben.

Seit Januar spürte die Klasse 8c der Berger Oberschule den Wölfen nach. Die Schüler beschäftigten sich mit diesen Tieren, die hier wieder heimisch werden. Zunächst sammelten die Schüler Artikel und Fotos zum Thema Wolf. Damit beteiligten sie sich am landesweiten Wettbewerb mit den Titel „Wölfe als Nachbarn“ und schickten ihr gesammeltes Material dekorativ aufbereitet nach Lüneburg zu SCHUBZ. Dieses Kürzel steht für „Schul-, Biologie- und Umweltzentrum“ der Hansestadt. Diese Organisation hatte zu dem Wettbewerb aufgerufen.

Die Achtklässler waren danach weiter aktiv im Erlangen von Wissen über die Wölfe. Ein Besuch auf dem Truppenübungsplatz Bergen brachte sie im wahrsten Sinne des Wortes auf die Spur der Tiere. „Wir konnten ihre Trittsiegel sehen und teilweise mit Gips ausgießen“, berichteten die Schüler der Klasse. Daneben fanden sie Losung, Blut und Haare der Tiere. Sie lernten, dass auf dem Platz, der als militärisch genutztes Gelände für Besucher nicht zugänglich ist, ein Wolfspaar lebt, das im vergangenen Jahr vier Welpen hatte, in diesem Jahr sind wenigstens zwei Welpen zur Welt gekommen.

Wer zur Preisübergabe nach Lüneburg reist, wurde mit einem klasseninternen Quiz ermittelt. Die fünf Schüler werden am Montag, 28. Juli, die Fahrt antreten, begleitet von der Lehrerin Monika Paul und einer Mutter. Das Preisgeld soll für die Abschlussfeier verwendet werden.

Von Udo Genth und Joachim Gries