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Südheide Wolfswelpen verbringen die erste Zeit in der Höhle
Celler Land Südheide Wolfswelpen verbringen die erste Zeit in der Höhle
12:57 07.11.2018
Unterlüß

UNTERLÜSS. Wo sich aber tatsächlich in Niedersachsen neben den bekannten Rudeln auf den Truppenübungsplätzen in Munster und Bergen sowie im Wendland junge Wölfe einstellen, ist derzeit völlig offen. Zwar gibt es inzwischen viele Wolfssichtungen und auch genetische Nachweise, tatsächlich ist aber nicht bekannt, wo Rüden und Fähen zueinander gefunden haben.

So ist offen, ob die beiden Wölfe, die erstmals im Februar bei Eschede gemeinsam in eine Fotofalle getappt waren, tatsächlich ein Paar sind. Zwar hinterließen unweit dieser Stelle bei Rissen in einem Damwildgatter zwei Wölfe Haare. Die Untersuchung ergab, dass sie von zwei Brüdern aus dem Lehniner Rudel stammen.

Seit Anfang Mai in den Wäldern wieder gejagt wird, hat nach Riedels Angaben die Zahl der ernstzunehmenden Wolfssichtungen deutlich zugenommen. Im Bereich Dalle lief zwei Tage nach einem Riss auch ein Wolf in eine dort postierte Fotofalle. Ob es sich um den oder die Wölfe handelt, die auch bei Eschede, Starkshorn oder im Bätzloh bei Queloh gesehen werden, ist völlig offen. Von der Entfernung her wäre es kein Problem. „Die Bahnlinie hält sie nicht von der Wanderung ab“, sagt der Unterlüßer Förster. Das ist aus Brandenburg bekannt, wo bereits mehrere Wölfe durch Züge zu Tode kamen.

Sollten Wölfe im Celler Land Nachwuchs haben, wird es noch Wochen dauern, bis sie tatsächlich in den Wäldern zu sehen sind. Die ersten vier Wochen nach der Geburt halten sie sich in der Höhle auf, in der sie auch zur Welt gekommen sind. Danach zieht die Fähe mit den Welpen um, aus Sicherheitsgründen, wie Riedel sagt. „Frühestens Ende Juni würden wir sie mitkriegen.“

Das Land Niedersachsen hat unterdessen vom Nabu eine ordentliche Zensur für sein Wolfsmanagement erhalten. Von 15 möglichen Punkten gab es immerhin 13. Nur Sachsen mit 15 und Brandenburg mit 14 Punkten schnitten besser ab. Gelobt wird für Niedersachsen die gute Öffentlichkeitsarbeit, gefordert wird eine rasche Lösung bei der besseren Unterstützung von Nutztierhaltern beim Herdenschutz. Eine entsprechende Förderrichtlinie zum Herdenschutz werde bereits lange diskutiert, allerdings flössen nach wie vor keine Gelder an die Tierhalter. Bemängelt wird, dass Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland sowie die Stadtstaaten Bremen, Hamburg und Berlin bisher keine Managementpläne vorgelegt haben, obwohl seit dem Jahr 2000 teilweise auch in diesen Bundesländern Wölfe auftauchten.

Von Joachim Gries