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Südheide Workshop gegen Rechtsextremismus mit 340 Konfirmanden
Celler Land Südheide Workshop gegen Rechtsextremismus mit 340 Konfirmanden
19:12 29.08.2010
Klaus Burckhardt und Korfirmanden beim Abschlussgottesdienst Quelle: Tore Harmening
Hermannsburg

„Angesichts der Tatsache, dass sich das Einstiegsalter von Jugendlichen in die rechtsextreme Szene auf mittlerweile zwölf Jahre gesenkt hat und das Thema von Jugendlichen dieses Alters im schulischen Unterricht noch nicht behandelt wird, haben sich die Kirchengemeinden zusammengetan, um diesen Projekttag zu machen“, sagt der Friedensbeauftragte der hannoverschen Landeskirche, Pastor Klaus Burckhardt.

Er ist zufrieden mit dem Ablauf, nicht zuletzt, weil das Sicherheitskonzept, das in Zusammenarbeit mit der Polizei entwickelt wurde, funktioniert hat und keine rechten Störer auf den Plan traten. „Die Jugendlichen haben sehr konzentriert gearbeitet“, berichtete der Pastor.

In mehreren Themenfeldern näherten sich die Konfirmanden dem Thema Rechtsextremismus. „Es ging darum zu verdeutlichen, dass die Rechtsextremen ein Weltbild haben, das auf der Ungleichheit von Menschen und Gewaltakzeptanz beruht“, erklärte Burckhardt. Um zu verdeutlichen, dass die Neonazis nicht einfach ein paar Leute sind, die nette Beisammensein veranstalten und das Brauchtum pflegen, haben die jungen Leute in Workshops nach den Worten von Burckhardt unter anderem rechtsextreme Lieder analysiert. „Da werden zum Beispiel Menschen mit Behinderung herabgewürdigt“, sagte Burckhardt. Es ging in anderen Arbeitsgruppen um positive Beispiele für die Überwindung von Rassismus, das Erkennen und die Scheinargumente der Neonazis, um Anwerbeversuchen zu begegnen und die Symbole der rechten Szene.

Am Ende wurden in einer Art Tagesschau die Ergebnisse zusammengefasst. „Es war das erste Mal, dass wir so eine Großveranstaltung gemacht haben und es hat sehr gut funktioniert“, sagt Burckhardt. Ob daraus jetzt eine regelmäßige Veranstaltung werden soll, konnte der Pastor noch nicht sagen.

Von Tore Harmening