Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Südheide Zwei Oldendorferinnen beleben Café in der Ortsmitte wieder
Celler Land Südheide Zwei Oldendorferinnen beleben Café in der Ortsmitte wieder
21:09 24.02.2015
Ellen Shields (links) und Dorothee Albers in ihrem Cafe "Zum Bäcker" in Oldendorf.   Quelle: Sonja Richter
Oldendorf

Heute betreibt Ellen Shields gemeinsam mit Dorothee Albers das Café "Zum Bäcker" in Oldendorf bei Hermannsburg, das selbstgebackene Kuchen und Torten, Frühstück und Kaffeetafeln anbietet sowie Rindfleisch aus artgerechter Haltung verkauft. Aus gesundheitlichen Gründen war Shields mit ihrem Mann 2005 zurück nach Deutschland gekommen. Oldendorf wurde wegen seiner Nähe zu Celle, wo die Firma Baker Hughes eine große Niederlassung hat, zur neuen Wahlheimat. Der Zufall wollte es, dass die Familie ein Haus direkt neben der Dorfkneipe erwarb, die kurz darauf Insolvenz anmelden musste. Als das Gebäude zwangsversteigert wurde, erwarben die Shields auch dieses, zunächst in der Hoffnung, die Kneipe als kleinen Dorfmittelpunkt retten zu können. Das klappte indes nicht, und vier Jahre lang war die Kneipe dicht.

Bis eines Tages Dorothee Albers mit ihrer Idee, ein kleines Café zu eröffnen, vor Ellen Shields‘ Tür stand. Die Landwirtin und gelernte Hauswirtschafterin wollte Fleisch von ihrem Hof vermarkten und verstand sich auch aufs Kuchenbacken. Nach anfänglichen Bedenken ließ Shields sich schließlich überzeugen, nicht zuletzt von ihrem Mann, der meinte: „Ob du nun nach Erdöl bohrst oder Kuchen verkaufst, letztlich geht es um das Gleiche“. Nämlich, ein Produkt zu vermarkten, womit Shields Erfahrung hatte.

Mit Existenzgründungshilfe, örtlichen Handwerksfirmen und viel Elan setzten die Frauen ihren gemeinsamen Plan in die Tat um, renovierten, richteten ein. Unsummen kostete das nicht, denn vieles war schon da. Theke und Tische wurden übernommen, der Schrank der Schwiegermutter vom Boden geholt. Den Rest – neue Stühle, Geschirr, Tischdecken – kauften sie secondhand. Im Juni 2014 kamen die ersten Gäste.

Das Konzept ging auf. Besonders Kaffeetafeln und Fleischverkauf laufen gut, sagen die beiden Unternehmerinnen. Albers: „Von Oktober bis April wird etwa alle 14 Tage eine Kuh geschlachtet, und das frische Fleisch geht direkt an die Kunden.“ Der Café-Betrieb findet zwar nur an Wochenenden von März bis Oktober statt, aber Frühstücke, Feiern und Kaffeetafeln sind auch sonst auf Vorbestellung möglich. Die Gäste kommen hauptsächlich aus der näheren Umgebung, während der Heideblüte schauen auch mal Touristen herein.

Dorothee Albers hat ansonsten weiter Familie und Hof zu versorgen, und Ellen Shields arbeitet freiberuflich wieder Vollzeit in der Erdöl-Branche. Aber beide freuen sich, zur Belebung der Ortsmitte von Oldendorf beizutragen, zufriedene Kunden zu haben und – das ist Ellen Shields besonders wichtig – einen Beitrag zur artgerechten Tierhaltung zu leisten.

Von Sonja Richter