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Wietze Alte Pläne für Wietzes Neue Mitte
Celler Land Wietze Alte Pläne für Wietzes Neue Mitte
16:49 08.06.2011
Von Simon Ziegler
Wietze

Neu sind die Pläne nicht. Im Gegenteil. Seit Mitte der neunziger Jahre wird in Wietze die Idee verfolgt, ein neues Zentrum zu schaffen. Mehr oder weniger intensiv wird seitdem daran gearbeitet, am Platz hinter Grund-, Haupt- und Realschule so etwas wie einen Ortskern zu schaffen. Jetzt hat die Verwaltung die Pläne wieder aus der Schublade geholt. Denn wenn "Wietzes Neue Mitte", früher "Westlich der Schule" genannt, bis Ende 2013 nicht realisiert wird, gibt es keine Fördergelder.

Über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) wurden laut Bürgermeister Wolfgang Klußmann Fördermittel für die Wietzer Ortskernentwicklung von knapp einer Million Euro in Aussicht gestellt, von dem der Löwenanteil für die "Neue Mitte" vorgesehen ist. Das Geld fließt aber nur dann, wenn das Projekt Realität wird. Und das geht nur über potente Investoren, die bislang nicht in Sicht sind.

Die neuesten Pläne sehen vor, ein Bürgerhaus auf dem 20.000 Quadratmeter großen Platz zu bauen, in dem das Rathaus integriert wird. Der alte Verwaltungssitz an der B214 gilt als Sanierungsfall. Vorteil: Für das Bürgerhaus mit integriertem Rathaus gibt es ISEK-Mittel, für den Neubau eines Rathauses gäbe es sie nicht. Zudem soll Betreutes Wohnen an dem Platz angeboten und Gewerbe angesiedelt werden.

Die Lokalpolitik scheint hinter dem Ziel zu stehen, den Platz zu entwickeln. Am Dienstag hat sich der Verwaltungsausschuss dafür ausgesprochen, eine Machbarkeitsstudie an ein Hamburger Büro in Auftrag zu geben. Die Studie soll schon bald vorliegen. Anschließend will die Gemeinde Eigentumsfragen klären und die Bauleitplanung in Gang bringen.

Seit Ende 2009, als letztmals in den Wietzer Gremien über die "Neue Mitte" beraten wurde, ist indes kaum etwas passiert. Trotzdem soll jetzt funktionieren, was in den vergangenen 15 Jahren nicht umgesetzt werden konnte, ist aus Politik und Verwaltung zu hören. Klußmann: "Wir haben Ziele definiert, die wir umsetzen wollen. Eine Garantie gibt uns niemand."

Hellmut Thiem, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, äußerte sich optimistisch. "Die ISEK-Chance kann man nicht ungenutzt lassen. Wir sind der Meinung, dass wir eine Mitte brauchen." Einkaufsstrukturen müssten gefestigt und ein Begegnungszentrum für Bürger geschaffen werden, so Thiem. Zustimmung kommt auch von der SPD. "Es gibt bei uns durchaus Überlegungen, das alte Bahngelände zu bebauen. Wir verschließen uns aber nicht, das Gelände westlich der Schule zu beplanen, wenn es Sinn macht und finanziert werden kann", so Fraktionschef Helmut Kersting.