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Wietze BI Wietze: "Was wenig kostet, ist wenig wert"
Celler Land Wietze BI Wietze: "Was wenig kostet, ist wenig wert"
17:57 26.02.2015
Von Simon Ziegler
Wietze

"Ganz sicher verkörpernSie mit ihrem Hof nicht die Agrarindustrie, aber Sie erklären sich zu einem Teil eines 'geschlossenen Systems' der Agrarindustrie", schreibt die BI-Vorsitzende Uschi Helmers an die Hofbetreiber. "Den Preis für das Billigfleisch bezahlen wir eben nicht an der Ladenkasse, sondern mit einer Belastung von Böden, Wasser, Luft, einer Klimaschädigung, einer erbärmlichen Tierhaltung mit eigens gezüchteten Rassen, für deren Haltung ein hoher Antibiotikaeinsatz mit erheblichen Risiken für uns alle erforderlich ist. Was wenig kostet, ist auch nur wenig wert."

Heinke und Herbert Bock verstehen sich als Betrieb der bäuerlichen Landwirtschaft, wie sie sagten. Das Ehepaar hatte sich 2010/2011 entschieden, auf das Angebot der Celler Land Frischgeflügel GmbH in Wietze einzugehen und Hähnchen für den Schlachthof zu mästen. Sie betonten, jeden Tag zu kontrollieren, dass es den Tieren gut gehe. Die Bocks hatten Tierschützer als "scheinheilig" kritisiert, weil immer höhere Auflagen bedeuteten, dass die Mast ins Ausland abwandere, wo es manchmal gar keine Tierschutzgesetze gebe.

Die BI Wietze glaubt hingegen, dass die Risiken "im Falle einer Vogelgrippe, eines Fleischskandals oder eines Rückgangs des Fleischverzehrs" allein bei den Landwirten liegen. "Unsere Gegner sind nicht die Landwirte, sondern es ist die Fleischindustrie", betont Helmers. Diese mache im Gegensatz zu den Landwirten gute Gewinne. Zugleich stellte die BI klar, dass sie nichts mit Vandalismus zu tun habe. "Wir beschmieren keine Scheunen. Wir besuchen Ställe, wenn sie sich denn überhaupt einmal, gut präpariert, für die Öffentlichkeit öffnen", so Helmers.