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Wietze Busfahrt nur mit Hilfestellung im Celler Landkreis
Celler Land Wietze Busfahrt nur mit Hilfestellung im Celler Landkreis
17:55 10.10.2016
Wietze

„Ich bin extra an der Haltestelle Neustadt eingestiegen, da diese einen Hochbordstein hat“, so Wohlbrück. Normalerweise senke der Bus sich ab, so dass er mit seinem E-Rollstuhl einfach rückwärts „einparken“ könne. Doch dem war diesmal nicht so – auch eine im Boden eingelassene Klapprampe sei im Bus nicht vorhanden gewesen. „Letztlich war ich auf fremde Hilfe angewiesen. Andere Fahrgäste haben mich mitsamt des Rollstuhls in den Bus gehoben“, erklärt der Wietzer.

Am Wochenende sei die Busanbindung von Celle nach Wietze generell problematisch, ergänzt der Betroffene. „Wenn der Einstieg nicht geklappt hätte, dann hätte ich weitere zwei Stunden auf den nächsten Bus warten müssen“, drückt der Wietzer seine Sorge aus. Zumal er dann immer noch nicht davon ausgehen könne, dass der nächste Bus eine Rampe beziehungsweise eine Absenkmechanik habe.

Dies sei nicht das erste Mal gewesen, dass er Probleme mit dem Busverkehr hatte. „Ich musste in Wietze schon zwei Busse vorbeifahren lassen, da erst der dritte mit einer Klapprampe ausgestattet war, die der Busfahrer per Hand auslegte“, ärgert sich der Betroffene. Während er sich sonst bei dem Busunternehmen anmeldete und nach barrierefreien Bussen nachfragte, sei mittlerweile eine Anmeldung telefonisch kaum möglich. Gegenteilige Erfahrungen habe er im Schienenverkehr gemacht: „Im Erixx ist ein Schrank neben der Tür, wo eine Rampe gelagert wird. So etwas wünsche ich mir auch für die lokalen Busse“, merkt Wohlbrück an.

CeBus-Geschäftsführer Stefan Koschick verwies darauf, dass bereits 91 Niederflurfahrzeuge in Betrieb seien, 79 davon mit einer Absenkmöglichkeit und 64 mit zusätzlicher Klapprampe. Infolge der Umsetzung der vollständigen Barrierefreiheit schaffe die CeBus bereits ausschließlich Niederflurfahrzeuge an, die sowohl mit Absenkeinrichtung als auch mit einer Klapprampe ausgestattet seien. „Derzeit sind nur noch sieben Hochbodenfahrzeuge, die vorzugsweise im Schülerverkehr eingesetzt werden, unterwegs“, erklärt Koschik. So habe das Unternehmen den Fuhrpark kontinuierlich in Richtung Barrierefreiheit weiterentwickelt.

Besonders den Klapprampen misst Koschick eine hohe Bedeutung bei, da viele der Haltestellen, insbesondere im Landkreis, nicht barrierefrei ausgebaut seien, ergänzt der Geschäftsführer. Optimistisch blickt er in die Zukunft: „Vier Neufahrzeuge sind bereits bestellt und werden voraussichtlich Anfang Dezember in Betrieb genommen.“