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Wietze CeBus: Echtzeit-System wird konkreter
Celler Land Wietze CeBus: Echtzeit-System wird konkreter
16:30 05.12.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wietze

Bislang gibt es digitale Infotafeln, die Fahrgäste von Bussen minutengenau über den Fahrplan informieren, nur am Celler Schlossplatz. Klar ist, dass weitere Tafeln in Celle am Bahnhof, an der Congress Union und am Heeseplatz aufgestellt werden sollen. Im Landkreis sind die Echtzeit-Anzeigen in Eschede und Unterlüß am Bahnhof, in Winsen am Küsterdamm, in Wietze am Alten Bahnhof sowie in Hermannsburg und Lachendorf jeweils in der Ortsmitte geplant.

Für eine Anlage an diesen verkehrswichtigen Haltepunkten gibt es eine Förderung von 75 Prozent. Der Kreis will an weiteren Stationen – am Herzogin-Agnes-Platz in Nienhagen, der Bahnhofstraße in Bergen sowie bei Lobetal und Im Röthel in Celle – die Tafeln aufstellen. Es handelt sich dabei um Haltestellen, an denen 100 bis 150 Menschen am Tag einsteigen, es aber keine Förderung gibt.

Die Entscheidung, ob auch an diesen vier Haltepunkten die stationären Anlagen aufgestellt werden, hat die Politik vertagt. Mehrere Politiker äußerten den Wunsch, dass die Echtzeit-Anzeigen auch in anderen Gemeinden installiert werden, zum Beispiel in Wathlingen. Da eine Anlage rund 15.000 Euro kostet, soll jetzt geprüft werden, ob in Schaufenstern von Geschäften, die in der Nähe von zentralen Bushaltestellen sind, Bildschirme aufgestellt werden können. Das käme den Landkreis deutlich günstiger.

Parallel zu den Infotafeln müssen die Busse mit neuen Bordrechnern ausgestattet werden, die Daten für das Echtzeitsystem liefern. Der Projektstart ist für Anfang 2018 geplant, die Umsetzung soll bis Mitte 2019 erfolgen. Die Gesamtkosten des Projekts „Dynamische Fahrgastinformation“ liegen bei rund 1,3 Millionen Euro.

Projektleiter Oliver Blau hatte die Politik eingangs der Sitzung über das Großprojekt informiert. Klassische Informationen zu Fahrten im ÖPNV, etwa in Form von Fahrplanaushängen, seien heute längst nicht mehr ausreichend, sagte er. Viele Fahrgäste erwarten, dass Verkehrsunternehmen über Smartphone-Apps Echtzeit-Daten liefern. Heißt: Wenn sie an einer Haltestelle stehen, werden exakte Informationen gewünscht, ob der Bus in zwei oder in vier Minuten ankommen wird.

In der Diskussion um das neue System warf Juliane Bischoff (CDU) die Frage auf, ob es Erfahrungen in Sachen Vandalismus gebe. "Die Anlagen hängen weit oben", sagte Blau, Anbieter in anderen Regionen hätten keine negativen Erfahrungen gemacht. Auch den Einwand, dass bei einer hohen Smartphone-Abdeckung die Infotafeln vielleicht überflüssig seien, teilt er nicht. "Die Anzeigen sind immer ein Sichtbarmachen des ÖPNV. Das ist Werbung", so Blau.

Wenn das Echtzeit-System eingeführt und die Busse ausgerüstet sind, werden sich CeBus-Kunden am Smartphone über die genauen Ankunfts- und Abfahrtzeiten der Busse informieren können. Eine eigene CeBus-App ist nicht geplant, weil die Entwicklung teuer und das Angebot nicht nötig sei, sagte Blau der CZ. CeBus-Kunden können dann nämlich Apps der Deutschen Bahn oder des Großraum-Verkehr Hannover (GVH) nutzen. Wer also von Wietze mit dem Bus nach Lachendorf fahren will und Informationen wünscht, kann auf die DB-App zurückgreifen – wenn alles glatt läuft, schon 2019.