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Wietze Celler Arbeitnehmer nehmen Rücksicht auf Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr
Celler Land Wietze Celler Arbeitnehmer nehmen Rücksicht auf Einsätze der Freiwilligen Feuerwehr
18:25 04.10.2017
Von Audrey-Lynn Struck
Quelle: dpa
Wietze

Bei solchen Einsätzen riskieren die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr mitunter ihr Leben. Eine Schwierigkeit der ganz anderen Art erwartet die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen: Sobald ein Notfall eintritt, verlassen die Einsatzkräfte der Freiwilligen Wehr ihren regulären Arbeitsplatz. "Bei einzelnen Arbeitgebern soll es die Befürchtung geben, dass die Arbeit in der Feuerwehr in direkter Konkurrenz zum Hauptberuf steht", sagt Jeversens Ortsbrandmeister Michael Redlich. Dennoch hätten ein Großteil der Firmen und Betriebe für das zusätzliche Engagement ihrer Mitarbeiter Verständnis. "Unsere Mitglieder hatten bisher nie Probleme mit ihrem Arbeitgeber, wenn sie zu einem Einsatz gerufen wurden", sagt Redlich.

Zudem sind Einsätze tagsüber eher die Seltenheit. Pro Jahr gebe es in Jeversen und Umgebung nur etwa drei bis vier Einsätze. Der Großteil passiere in den frühen Abendstunden oder nachts, wenn alle Feuerwehrmitglieder ohnehin bereits zu Hause und auf Abruf sind. Trotzdem sieht der Ortsbrandmeister bei einigen Arbeitgebern noch Luft nach oben. "Die Arbeitgeber könnten insofern Rücksicht nehmen, dass Erholungszeiten nach Einsätzen in der Nacht genehmigt werden", so der Wietzer.

Prinzipiell sei es für Menschen aller Berufsgruppen möglich, sich während der Freizeit in der Feuerwehr zu engagieren. Und bei Einsätzen profitiert die Freiwillige Feuerwehr von der Vielfalt ihrer Mitglieder, die sich mit ihren Kenntnissen ergänzen. "Ein Landwirt kennt sich bei der Tierrettung besser aus, Fahrzeugtechniker wissen um die Eigenschaften von Kraftfahrzeugen bei Unfällen, und Chemiker sind zum Teil besser im Umgang mit Gefahrgut", erklärt Redlich.

Laut Gesetz müssen Arbeitgeber Feuerwehrleute für Einsätze sowie für die Ausbildung freistellen. Doch einige Arbeitgeber gehen noch weiter und unterstützen ihre Mitarbeiter, die für Freiwillige Feuerwehren im Einsatz sind, besonders. Sie spenden beispielsweise Geld oder überlassen der Wehr Betriebsobjekte für Einsatzübungen oder Versammlungen. Um diese Unterstützung besonders zu würdigen, zeichnet das Land Niedersachsen jährlich bis zu 22 Unternehmen und Institutionen mit der Förderplakette "Partner der Feuerwehr" aus. Dieses Jahr ist auch die Wabco-Testbahn bei Jeversen unter den Preisträgern.

Seit 2004 stellt der Lkw-Bremsenspezialist dem Celler Kreisfeuerwehrverband die Testbahn für Fahrsicherheitstrainings zur Verfügung. "Hierdurch wird ein äußerst effektives Fahrsicherheitstraining mit idealen Ausbildungsbedingungen ermöglicht und die Moderatoren werden von organisatorischen Dingen erheblich entlastet", begründet das Niedersächsische Ministeriums für Inneres und Sport die Auszeichnung.

Auch Redlich und seine Mannschaft schätzen die Wabco für ihren Einsatz. An dem Fahrsicherheitstraining, das vom Kreisfeuerwehrverband Celle organisiert wird, nehmen etwa 80 Feuerwehrkameraden pro Jahr teil. Und: "Einmal im Jahr findet eine Begehung auf dem Gelände statt. Ausrangierte Lkw werden uns zur Verfügung gestellt, an denen wir technische Hilfeleistung üben", erzählt Ortsbrandmeister Redlich.