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Wietze Celler Naturschutzgebiete wachsen
Celler Land Wietze Celler Naturschutzgebiete wachsen
19:07 24.01.2017
Wieckenberg

Der erste Schritt ist bereits getan, den Wald, der sich im Besitz der öffentlichen Hand befindet und von den Niedersächsischen Landesforsten bewirtschaftet wird, als Naturschutzgebiet auszuweisen. Mit den Landesforsten, dem Unterhaltungsverband Wietze und dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz stimmte das Amt für Umwelt und ländlichen Raum beim Landkreis Celle bereits Einzelheiten ab. An der Erstellung des Verordnungsentwurfs wurden die Abteilung Wasserwirtschaft und das Ordnungsamt beteiligt.

Rita Lübke, im Bereich Natur- und Landschaftsschutz für die Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Richtlinie und ihre Umsetzung zuständig, erläuterte dem Ausschuss für Umwelt und ländlichen Raum die Vorgeschichte und die weiteren Schritte bis zur Ausweisung des Naturschutzgebietes „Hellern bei Wietze“. Mit der Umsetzung der 1992 von der Europäischen Union verabschiedeten FFH-Richtlinie hinkte die Bundesrepublik hinterher, deshalb müssen jetzt die von der EU anerkannten FFH-Gebiete zu geschützten Teilen von Natur und Landschaft erklärt werden. Kreisdezernent Gerald Höhl sprach denn auch im Ausschuss von einem Startschuss in Sachen FFH-Beteiligungsverfahren. Denn neben dem Waldstück bei Wieckenberg steht bis Ende 2018 im Landkreis eine ganze Reihe weiterer Naturschutzgebiete zur Ausweisung an.

Die Fläche drei Kilometer südöstlich von Wieckenberg ist 66 Hektar groß und zählt zur naturräumlichen Einheit „Aller-Talsandebene“. Im Laubwaldgebiet in der Fließgewässerniederung herrschen Eichen-Mischwald und Buchenanteile vor. „Das Gebiet ist geprägt von überwiegend strukturreichen Altholz- und Baumholzbeständen mit viel Totholz und Baumhöhlen“, heißt es in Paragraph 1 des Verordnungsentwurfs für das geplante Naturschutzgebiet.

Erhalten und entwickelt werden sollen die Eichen und Buchen, reduziert werden sollen die standortfremden Nadelgehölze. Erhalten und wiederhergestellt werden soll laut Verordnungsentwurf auch die auetypische Grundwassersituation. Genau hier hakte auch Gerald Sommer (Grüne) ein und fragte, wer die Grundwasserentnahme durch enercity kontrolliere. Das Einzugsgebiet des Wasserwerks Fuhrberg reicht an das geplante Naturschutzgebiet ran. Diese und weitere Fragen müssen im Beteiligungsverfahren mit öffentlicher Auslegung und abschließendem Beschluss des Kreistags geklärt werden.

Von Joachim Gries