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Wietze „Das ist reine Geldverschwendung“
Celler Land Wietze „Das ist reine Geldverschwendung“
17:22 02.08.2010
Stehen verständnislos auf der neuen Mittelinsel in Jeversen: Hermann Kämpfer, Bernhard Schünemann und Peter Kempe (von links). Quelle: Lothar H. Bluhm
Jeversen

Tempo 70 – Überholverbot – Tempo 50: Das sind schon mal auf jeder Seite drei Schilder, die völliger Blödsinn seien, findet der Jeverser Peter Kempe. Die Vorschriften würden ohnehin nicht beachtet, wie er beobachtet habe. Schlimmer noch: „Die Lastwagen donnern jetzt über das neue Kopfsteinpflaster, dass es bei uns im Haus vibriert“, hat Kempe nach dem Bau der Mittelinseln auf der B214 festgestellt. Dabei wohnt er nicht mal direkt an der Bundesstraße, sondern in zweiter Reihe. Und er steht nicht allein an der Verkehrsinsel, denn auch seine Nachbarn sind verständnislos: Ursula und Bernhard Schünemann finden, dass der Radius größer sein müsste und sehen, dass Motorräder hier viel zu schnell fahren. Hermann Kämpfer meint, dass die neue Insel keine Wirkung hat: „Es gibt immer noch Schildbürger.“ Rolf Markwort denkt, dass sich nichts geändert habe: „Die Insel ist viel zu gerade geworden.“

Der fließende Verkehr soll durch die Mittelinseln abgebremst werden. Gleichzeitig würden die Bürger vom Lärm entlastet. Außerdem vermindere sich so das Gefahrenpotential. Schließlich stehe die Erhaltung und Verbesserung der Lebensqualität im Mittelpunkt der Dorferneuerung, die von intensiver Bürgerbeteiligung, fachlicher Betreuung und der Förderung aus öffentlichen Mitteln begleitet wird. Die Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften beteiligte sich mit rund 114000 Euro aus EU-Mitteln. „Das ist reine Geldverschwendung“, kritisiert Kempe und fordert, dass die Insel breiter sein müsste, um den Verkehrsfluss stärker zu beeinträchtigen.

Ganz anderer Meinung ist Jeversens Ortsbürgermeister Diet-rich Ziemke, der intensiv an der Dorferneuerungsplanung mitgewirkt hat. Seit Jahren habe man versucht, die Höchstgeschwindigkeit in den Ortseingangsbereichen einzuschränken. Jetzt sei es endlich gelungen: „Die Lkws müssen ihre Fahrt deutlich abbrechen und reduzieren. Und sie machen es auch“, ist Ziemke überzeugt und habe das auch schon von Jeversern bestätigt bekommen. Man habe von Anfang an die Verkehrsberuhigung mit der obersten Priorität eingestuft. „Nörgler gibt es immer . . .“, kommentiert Ziemke andere Aussagen.

Von Lothar H. Bluhm